31/08/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Rona

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Surses, Bez. Albula, 1998 Zusammenschluss mit Tinizong zur polit. Gem. Tinizong-R. An der Julierstrasse gelegen, mit den Ortsteilen Ruegnas auf einer Terrasse und Rieven am Rand der Schwemmebene der Julia. Rieven lag einst wie der 1580 von einem Bergsturz verschüttete Weiler Livizung links der Julia und wurde wegen steter Überschwemmungen verlegt. 1330 Rouenam, 1377 Rouvena, 1412 Rofna, dt. Roffna. 1850 131 Einw; 1900 88; 1950 121; 1980 29; 1990 58. R. war ein Durchgangsort an der teilweise noch sichtbaren röm. und ma. Septimerroute. Erst im 12.-13. Jh. fanden Rodungen und die Besiedlung statt, vermutlich im Zusammenhang mit dem Erzabbau auf der Alp Plaz durch die Herren von Marmels und dem Bau der fahrbaren Strasse 1387. Kirchlich gehörte R. bis 1907 zu Tinizong und bildet seither eine eigenständige Pfarrei. Eine erste Kirche wird 1444 erwähnt. R. blieb in der Reformation beim alten Glauben. Die heutige Kirche St. Anton und Leonhard errichteten die Kapuziner 1663 (erwähnenswert die Orgel von 1675). Ein Plan zur Errichtung eines Stausees in der Ebene zerschlug sich 1912. R. war bis 1851 eine Nachbarschaft der Gerichtsgem. Oberhalbstein. Danach wurde der Ortsteil Rieven unter der Bezeichnung R. zur eigenständigen polit. Gem., während der Ortsteil Ruegnas zu Tinizong kam, das 1910 eine erste Fusion mit R. ablehnte, obschon sich beide in Ruegnas Kirche und Schule teilten. Die Wirtschaftsstruktur von R. war zu Beginn des 21. Jh. von Viehzucht, Gewerbe und Tourismus geprägt.


Literatur
Kdm GR 3, 1940, 261-264
– M. Bundi, Zur Besiedlungs- und Wirtschaftsgesch. Graubündens im MA, 1982
Gem. GR 2003, 376 f.

Autorin/Autor: Gion Peder Thöni