No 13

Lang, Karl Niklaus

geboren 18.2.1670 Luzern, gestorben 2.5.1741 Luzern, kath., von Luzern. Sohn des Johann Jakob. ∞ 1708 Maria Barbara Meyer. L. studierte Philosophie und Theologie in Freiburg i.Br., dann Medizin in Bologna und Rom (hier 1692 Promotion). Er bildete sich u.a. in Paris fort und wirkte danach als Arzt in Waldshut, St. Blasien, Luzern und Mailand, 1708 als Leibarzt der Herzogin Maria Anna von Österreich und 1709-41 als Stadtarzt in Luzern. Ab 1713 war er Grossrat in Luzern und 1715-17 Vogt in Knutwil. Er gehörte mehreren europ. Akademien an. Über seine medizin. Forschungen ist bis auf eine wichtige Schrift über die durch mutterkornverseuchtes Roggenbrot ausgelöste "Kornzapfenkrankheit" (1717) wenig bekannt. L. trat v.a. mit seinen Arbeiten als Naturforscher hervor: Die Schrift "Historia lapidum figuratorum Helvetiae" (1708) war die erste grössere Arbeit über Mineralogie und Paläontologie, die in der Schweiz erschien. Er legte auch bemerkenswerte Sammlungen von Mineralien, Versteinerungen und Konchylien sowie ein Herbarium an, blieb als Forscher aber (im Gegensatz zum Zeitgenossen Moritz Anton Kappeler) dem barocken Denken verhaftet.


Archive
– ZHBL, Ms.
Literatur
– H. Bachmann, «Carl Nikolaus L. Dr. phil. et med. 1670-1741», in Gfr. 51, 1896, 163-280
– J.A. Kurmann, «Die Naturforschung in Luzern im geistigen Umbruch der Aufklärung», in Gesnerus 20, 1963, 131-152
– J. Schürmann-Roth, «Carl Niklaus L.s medizin. Schr.», in Mitt. der Naturforschenden Ges. Luzern 25, 1977, 179-192
– H. Wicki, Bevölkerung und Wirtschaft des Kt. Luzern im 18. Jh., 1979, 106-109
– D. Bulinsky, «Gelehrtenbriefe über Figurensteine», in JHGL 29, 2011, 55-76

Autorin/Autor: Markus Lischer