Fuss

Wichtiges ehem. Längen- und Handwerkermass von ca. 26-36 cm (Masse und Gewichte). Auch Schuh, franz. pied, ital. piede. Da die versch. Handwerke unterschiedl. Fussmasse benützten, waren an einem Ort neben dem Lokalfuss meist noch weitere in Gebrauch. Im Gebiet der dt. und franz. Schweiz waren drei überregionale Fussmasse verbreitet: Der Nürnberger F. (30,38 cm) in der Ostschweiz bis zur Reuss, der Bernfuss (29,33 cm) im Einflussbereich Berns vom Aargau bis zum Genfersee und der Pariser F. (pied de roi, 32,48 cm) in der Westschweiz bis an die Reuss, einschliesslich dem Wallis und dem Fürstbistum Basel, wo er im 18. Jh. die örtl. Fussmasse verdrängte. Im bern. Staat und darüber hinaus galten in der Feldvermessung nebeneinander Bernfuss, Pariser F. und waadtländ. pied de commissaire (26,39 cm). Den kurzen Feldfuss kannten Basel (28,13 cm), Neuenburg (28,71 cm), Luzern und die Innerschweiz (28,42 cm). Ein F. war unterteilt in 12 Zoll zu 12 Linien zu 12 Punkten zu 12 Minuten zu 12 Sekunden. Auf dem Fuss basierten Klafter und Rute. Das Tessin und Süd-Graubünden kannten das Fussmass nicht. Zwischen 1800 und 1838 wurde in der West- und Deutschschweiz der F. auf 30 cm festgesetzt. 1851 erhielt er mit einem Bundesgesetz auch im Tessin Gültigkeit. Mit der Einführung des metr. Systems 1877 wurde der F. abgeschafft.


Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler