Surava

Ehemalige politische Gemeinde GR, Kreis Belfort, Bezirk Albula, seit 2015 mit Alvaneu, Alvaschein, Brienz/Brinzauls, Mon, Stierva und Tiefencastel Teil der neuen Gemeinde Albula/Alvra. Strassendorf rechts der Albula. Um 1580 Surraguas. 1725 89 Einw.; 1850 159; 1900 148; 1950 203; 2000 250. Von Romanen nach dem 10. Jh. ausgebautes Siedlungsgebiet. Die Grundherrschaft über die Herrschaft Belfort, zu der S. gehörte, hatten bis 1338 die Vazer inne. Belfort (ab 1436 im Zehngerichtenbund) kam über die Toggenburger, die Montforter und die Matscher 1477 an Österreich, dessen Rechte 1652 ausgekauft wurden. Zudem existierte ein Personenverband von Gotteshausleuten. 1613 wurde das Halbgericht Ausser-Belfort (bis 1851) mit eigenem niederen Gericht gebildet. Kirchlich gehörte S. zu Brienz. Die Kirche St. Georg in S. wird 1611 erwähnt. Seit 1725 bildet S. eine eigene kath. Pfarrei. Während bis in die frühe Neuzeit v.a. Viehwirtschaft betrieben wurde, siedelten sich in S. - an der Transitstrecke Richtung Engadin und Davos - ab dem 19. Jh. zahlreiche Gewerbebetriebe an. 1871 entstand eine Zwiebackfabrik, 1899-1912 wurde eine Kartätscherei betrieben, 1920-49 ein Kalkwerk, seit 1961 ein Baustoffwerk. Der Bau der Albulastrasse erfolgte 1855-58, der Anschluss an die Landwasserstrasse 1870-71. 1903 erhielt S. eine Station an der Rhät. Bahn. 1869-83 gehörte S. zur Gemeinde Brienz/Brinzauls. Der Anteil der Bevölkerung mit rätorom. Muttersprache ist von 34% (1980) auf gut 10% (2000) gesunken.


Literatur
Kdm GR 2, 1937, 376-378
– K. Egli, Die Landschaft Belfort im mittleren Albulatal, 1978
Gem. GR 2003, 358 f.

Autorin/Autor: Jürg Simonett