24/11/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Mon

Polit. Gem. GR, Kreis Alvaschein, Bez. Albula. Südwestlich von Tiefencastel am linksseitigen Hang des Oberhalbstein gelegen. 1001-1200 de Maune, 1281 Mans, dt. Mons (bis 1943 offizieller Name). 1850 155 Einw.; 1900 112; 1950 105; 1990 67; 2000 86. In röm. Zeit und bis fast 1400 führte die Strasse über die Pässe Septimer und Julier durch M. Oberhalb des Dorfs wurden eine röm. Schmiede und ein Grab entdeckt. Bis 1559 war M. bischöfl. Gebiet, nachher gehörte es zum Hochgericht Oberhalbstein im Gotteshausbund. 1592 erhielt M. das Recht, ein eigenes Siegel zu führen. Die bedeutende frühromanische, den Heiligen Cosmas und Damian geweihte Kirche wird 841 erstmals erwähnt (bis 1468 dem Kloster Pfäfers gehörig). Die Fresken stammen von 1400; die beiden Statuen der Kirchenpatrone aus dem 15. Jh. wurden 1977 gestohlen. Ab 1592 war M. eine eigene, mit Tiefencastel verbundene Pfarrei. Kapuziner bauten 1643-48 die barocke Kirche St. Franziskus; Johann Rudolf Sturn fertigte die Fresken an, die 1915 teilweise übermalt und seit der Renovation 1975 wieder sichtbar sind. Seit 1960 wird die Pfarrei von Stierva aus betreut. 1870 wurde die Strasse M.-Tiefencastel gebaut. Im traditionellen Bauerndorf wurden 2001 noch zehn Bauernbetriebe gezählt. Nebst einem Gasthaus und einer Werkstätte für Landmaschinen weist M. wenig Tourismus (rund 15 Ferienhäuser) auf. 1972 wurde mit Stierva und Salouf ein Schulverbund gebildet; nur noch der Kindergarten befindet sich in M. Der rätorom. Lokaldialekt von M. und Stierva wurde zur Schriftsprache des Surmeir (85% rätorom. Muttersprache).


Literatur
Kdm GR 2, 1937, 280-290
– M. Bundi, Zur Besiedlungs- und Wirtschaftsgesch. Graubündens im MA, 1982
Gem. GR

Autorin/Autor: Gion Peder Thöni