Lombarden

Zusammen mit den Juden und den sog. Kawertschen (Händler aus der Stadt Cahors) waren die L. während des MA im Bankwesen aktiv (Banken). Ursprünglich kamen sie aus Norditalien (Piemont und Lombardei), wobei ihre Ankunft im Gebiet der Schweiz im Zusammenhang mit der Eröffnung der Alpentransitwege für den Fernhandel zu sehen ist. Die Anwesenheit der L. ist ab Mitte des 13. Jh. belegt, namentlich in Basel (1253), Genf (1267-68), Bern (1269), Sitten (1272), Schaffhausen (1278), Saint-Maurice (1285), Vevey (1287), Freiburg (1295) und Luzern (1296). Der Erwerb des Privilegs, als Pfandleiher und Wechsler tätig zu sein, erlaubte ihnen, ein dichtes Netz von Niederlassungen aufzubauen, deren Inhaber oft den gleichen Fam. angehörten. Die grosse Pest 1348-49 und die Kommunalisierung der Banken Ende des 14. Jh. setzten den L. schwer zu, wodurch sich ihre Aktivitäten verringerten. Im 15. Jh. waren sie nur noch in einigen grösseren Städten präsent.


Literatur
– M. Körner, «Kawerschen, L. und die Anfänge des Kreditwesens in Luzern», in Hochfinanz, Wirtschaftsräume, Innovationen, hg. von U. Bestmann et al., Bd. 1, 1987, 245-268
L'uomo del banco dei pegni: "Lombardi" e mercato del denaro nell'Europa medievale, hg. von R. Bordone, 1994

Autorin/Autor: Franco Morenzoni / CN