21/07/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Andwil (SG)

Polit. Gem. SG, Bez. Gossau. Umfasst das Pfarrdorf A. und die Weiler Oberarnegg, Fronackeren und Hinterberg, ferner das Andwilermoos. 1806 Abtretung von Arnegg an Gossau und 1919 Eintausch von Fronackeren, Hölzli, Landegg und Neuegg gegen Matten (zu Gossau). 846 Anninwilare, 1275 Annewiler. 1837 569 Einw.; 1850 571; 1900 795; 1950 810; 1970 943; 2000 1'557. In der 1. Hälfte des 13. Jh. bauten die urspr. aus dem Thurgau stammenden Herren von A. die 1405 durch die Appenzeller zerstörte Wasserburg A., von der aus sie die örtl. Vogteien des Klosters St. Gallen verwalteten. Etwa gleichzeitig entstand die Siedlung A. am Fuss der Burg. 1470 erwarb das Heiliggeistspital St. Gallen die Vogtei A., welche 1490 vom Kloster zurückgekauft wurde und fortan einen Teil des Oberbergeramts bildete (Offnungen 1491 und 1510). 1529 schlossen sich die zur Pfarrei Gossau gehörenden Andwiler der Reformation an, mussten aber 1531 wieder zum alten Glauben zurückkehren. 1731 wurde durch den St. Galler Fürstabt Joseph von Rudolphi die kath. Pfarrei A. (mit Arnegg) gegr., im Jahr darauf die Pfarrkirche St. Otmar und das erste Schulhaus gebaut. Die 1522 erw. Kapelle St. Margaretha südl. des Dorfs wurde 1860 vollst. umgebaut. A. nahm 1793-98 an der revolutionären Bewegung im Fürstenland teil und kam während der Helvetik mit Oberarnegg und Matten zum Kt. Säntis. 1803 wurde A. als polit. Gem. im Umfang der Pfarreigrenzen (mit Arnegg) Teil des neu gegr. Kt. St. Gallen. Bis zur Mitte des 19. Jh. dominierte der Ackerbau (Mühle 1454 erw.). Danach erfolgte die Umstellung auf Vieh- und Milchwirtschaft (1853 erste Käserei eröffnet) sowie Obstbau. Von 1759 bis ins 20. Jh. wurde im Andwilermoos Torf abgebaut. Die um die Mitte des 19. Jh. aufkommende Heimstickerei förderte die wirtschaftl. Entwicklung des Dorfs bis zur Stagnation nach der Jahrhundertwende. Mitte der 1950er Jahre setzten eine vermehrte Bautätigkeit und ein gewerbl. Aufschwung ein.


Literatur
– H. Eigenmann, Gesch. von A., 1978

Autorin/Autor: Cornel Dora