Zuzwil (SG)

Polit. Gem. SG, Region Wil. An der Strasse Gossau-Wil nördlich der Thur gelegene Gem., welche die Pfarrdörfer Z. und Züberwangen, das Dorf Weieren sowie die Weiler Langensteig, Hüseren, Lindenhof, Grüenegg und Mettlen umfasst. 761 Zozinvilare. 1837 1'059 Einw.; 1850 1'127; 1900 1'075; 1950 1'110; 1970 1'485; 2000 3'798. Die alemann. Siedlungen Züberwangen, Z. und Weieren wurden zwischen 754 und 981 in 13 Schenkungsurkunden des Klosters St. Gallen erwähnt. Noch vor der Jahrtausendwende entstand daraus das äbt. Gericht Z. (947 bezeugt). Die ma. Burg Leuberg nordöstlich von Z. wurde mit dem Dorf in den Appenzeller Kriegen 1403 und im Alten Zürichkrieg 1445 zerstört. Vor 1301 verpfändete der Abt von St. Gallen die Vogtei Z. an die Herren von Griesenberg. Später gelangte sie über die Toggenburger an die Herren von Hewen, von Löwenberg, von Breitenlandenberg und schliesslich an Andreas Kornfail (1488 Offnung), der sie 1495 dem Kloster St. Gallen verkaufte (1495 äbt. Offnung). Dieses ordnete sie als Gericht Z. dem Wiler Amt in der Alten Landschaft zu. 1529-31 schloss sich die Mehrheit der nach Wil pfarrgenössigen Bevölkerung vorübergehend der Reformation an. 1677 wurde die Pfarrei Z. (Patrozinium St. Josef), 1774 die Pfarrei Züberwangen-Weieren (Patrozinium St. Maria Magdalena) errichtet. Das im 1. Viertel des 17. Jh. erbaute Rote Haus (Nordteil), das 1732 erweitert wurde (Südseite), war das Zehntenhaus des äbt. Verwalters. 1793-98 nahm Z. an der revolutionären Bewegung des Fürstenlands gegen die fürstäbt. Herrschaft teil. 1803 wurde es eine polit. Gemeinde des Kt. St. Gallen, 1837 folgte die Zusammenlegung der Ortsgemeinden. Der Ackerbau wurde ab dem 19. Jh. zunehmend durch Vieh- und Milchwirtschaft sowie Obstbau (bis Mitte 20. Jh.) verdrängt. Der ab dem FrühMA gepflegte Rebbau verschwand nach 1900. Die dörfl. Entwicklung wurde in der 2. Hälfte des 19. Jh. durch die aufkommende, v.a. in Heimarbeit betriebene Stickerei gefördert, bis diese nach der Jahrhundertwende stagnierte. Ab 1960 und v.a. in den 1980er Jahren erfuhr die Gem. einen gewerbl. Aufschwung.


Literatur
– E. Spiess, Die Welt im Dorf, 1979
– J. Thoma, Z.'s Vergangenheit, 1995

Autorin/Autor: Cornel Dora