16/07/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken

Bronschhofen

Polit. Gem. SG, Region Wil. Umfasst die Dörfer B. und Rossrüti, die Weiler Maugwil und Trungen sowie den Wallfahrtsort Dreibrunnen. 796 Pramolveshova. 1837 1'025 Einw.; 1850 1'073; 1900 1'164; 1950 1'430; 1970 2'308; 2000 4'297.

Einzelfunde aus der Bronze- und der Späthallstattzeit im Gärtensbergwald, dort auch Spuren einer röm. Strasse; frühma. Gräber in Maugwil und Rossrüti. Ma. Burgstellen in Bocksloo, Rächberg und Wilberg (Burgstall, später Ruine). 895 gelangte das Gemeindegebiet in den Besitz des Klosters St. Gallen. Vögte waren u.a. die Herren von Griesenberg, von Anwil und von Holzhausen (genannt Keller). 1465-66 Rückkauf der Vogtei durch den St. Galler Abt Ulrich Rösch. Die Niedergerichte B., Rossrüti und Trungen wurden 1495 unter dem Namen Schneckenbundgericht zusammengefasst und erhielten eine gemeinsame Offnung. In den kriegerischen und polit. Auseinandersetzungen vom 15. bis 18. Jh. stand der Schneckenbund stets auf der Seite des Abtes von St. Gallen. 1803 wurde er zunächst der polit. Gem. Wil zugeteilt, seit 1804 besteht eine eigenständige polit. Gemeinde, die 1831-2002 zum Bez. Wil gehörte. Kirchlich ist das Gebiet Teil der kath. Kirchgemeinde Wil. Ein starkes Eigenleben entwickelten v.a. die Dörfer B. und Rossrüti, u.a. mit eigenen Schulgemeinden. Bis um 1870 wurde v.a. Ackerbau betrieben, heute konzentriert sich die landwirtschaftl. Tätigkeit auf Milch- und Fleischproduktion. Der 1508 urkundlich belegte Rebbau umfasst heute noch 75 a (Wilberg). 1851 erfolgte der Bau eines Armenhauses in Rossrüti, das 1987 ins Altersheim Rosengarten umgewandelt wurde. 1911 wurde die Eisenbahnlinie Wil-Kreuzlingen mit Bahnhof in B., 1969 der Armee-Motorfahrzeugpark eröffnet. Als Einzugsgemeinde von Wil mit regem Pendelverkehr (1990 70% Wegpendler) erlebte B. nach dem 2. Weltkrieg einen bedeutenden wirtschaftl. Aufschwung. Seit den 1960er Jahren entstand ein gemischtes Ortsbild mit Ein- und Mehrfamilienhäusern, gewerbl. Betrieben und Bauernhöfen. B. ist eine der am schnellsten wachsenden Gemeinden des Kt. St. Gallen.


Literatur
– K.J. Ehrat, Chronik der Stadt Wil, 1958
Gemeindeprospekt B., 1984
– W. Olbrich, Rossrüti und der "Hirsmäntig", 1991

Autorin/Autor: Cornel Dora