13/11/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Mogelsberg

Ehem. polit. Gem. SG, Region Toggenburg, seit 2009 zusammen mit Brunnadern und Sankt Peterzell Teil der neuen polit. Gem. Neckertal. Zu M. gehören neben dem Dorf M. die Orte Dieselbach, Nassen, Hoffeld, Necker, Ebersol, Furth und Dicken sowie weitere Weiler und Einzelhöfe. Das Gemeindegebiet ist von Tälern durchzogen. 1152 Magoldesberch. 1831 2'669 Einw.; 1850 2'841; 1888 3'097; 1900 2'777; 1941 2'315; 1950 2'485; 1980 1'809; 2000 2'261. Grundbesitzer waren die Abteien St. Gallen, Magdenau und v.a. St. Johann. Die Herren von M. (1242 erw.), Ministerialen der Toggenburger und des Klosters St. Gallen, sind später weggezogen. St. Johann besass das Patronatsrecht der ursprünglich St. Nikolaus geweihten Kirche (1275 erw.). Die Gf. von Toggenburg, die im 14. Jh. M. als ihr Eigen betrachteten, verdrängten die Abtei St. Johann. Nachdem die männl. Linie der Toggenburger 1436 erloschen war, liess sich einer der Erben, Hildebrand von Raron, 1459 in M. begraben. M. bildete mit umliegenden Orten ein Niedergericht. Die nordöstlich gelegenen Höfe (u.a. Dieselbach) gehörten zum Gericht Magdenau. 1468 kam M. als Teil der Landvogtei Toggenburg unter die Fürstabtei St. Gallen.

Nach 1528 wandte sich M. dem ref. Bekenntnis zu. Die seit 1567 parität. Kirche wich 1810 einem Neubau. 2000 waren 52% der Einwohner reformiert, 32% katholisch. In der Landwirtschaft herrschte Getreidebau vor (Mühlen an der Aach, bei Hoffeld und Furth). Ab dem 18. Jh. wurde in den Häusern Baumwolle verarbeitet. Um 1850 entstanden in Necker, Furth und Dicken Stickereifabriken; 1890 verzeichnete die Gem. an die 450 Stickmaschinen. Zugleich verdrängte die Vieh- und Milchwirtschaft den Ackerbau. Nach 1810 wurde mit dem Bau eines Strassennetzes begonnen. An die Stelle der Textilindustrie trat nach 1918 mittelständ. Gewerbe. 2001 zählte M. ca. 110 Landwirtschaftsbetriebe sowie 100 kleinere Gewerbebetriebe. Die 1865 errichtete Sekundarschule in Necker wird seit 1920 mit den Nachbargemeinden geführt. Mit dem Anschluss an die Eisenbahnlinie St. Gallen-Wattwil 1910 entwickelte sich M. zum Wander- und Luftkurort. Nach dem 2. Weltkrieg ging der Tourismus stark zurück. Mit dem Bau eines Sport- und Ferienzentrums 1984 versuchte die Gem. den Tourismus wieder zu beleben.


Literatur
– J.G. Früh, Beschreibung meiner Heimat- und Wohngem. M., 1909
– H. Anderegg et al.,, M., 1999

Autorin/Autor: Beat Bühler