07/01/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Mosnang

Polit. Gem. SG, Region Toggenburg, bestehend aus den Dörfern M., Mühlrüti und Libingen sowie den Weilern Dreien und Wiesen. Auf Gemeindegebiet liegt auch der Pass Hulftegg. 854 Masinang. 1827 1'924 Einw.; 1850 3'005; 1900 2'670; 1950 2'638; 2000 2'894. Als Teil des Amtes Tannegg unterstand M. niedergerichtlich dem Bf. von Konstanz, ab 1693 dem Kloster Fischingen, das ab 1697 auch die Kollatur besass. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei den Gf. von Toggenburg, nach 1468 bei der Fürstabtei St. Gallen. Während der ersten grossen Pest im Toggenburg 1564-69 starben 80% der Bevölkerung. 1217 wird erstmals ein Leutpriester, 1275 eine Pfarrei erwähnt. Turm und Teile der Kirche (Georgspatrozinium) stammen aus der Zeit um 1200. Nach der Einführung der Reformation 1528 kehrte M. ab 1531 fast vollständig zum alten Glauben zurück. 1751 löste sich Libingen, 1764 auch Mühlrüti von der Pfarrei M. 1803 wurden die vormals zum Bazenheider Gericht gehörenden Dörfer Libingen und Mühlrüti mit M. zu einer Orts- sowie polit. Gem. vereinigt. Im Rahmen der sanktgall. Verfassungskämpfe war M. 1831-61 Versammlungsort der Alttoggenburger Bezirksgemeinde. 1886 zerstörte ein Brand Teile des Mosnanger Dorfkerns. Trotz starker Industrialisierung des Toggenburgs im 19. Jh. blieb M. ein Bauerndorf. 1985 wurde eine Sekundarschule eröffnet (zuvor in Bütschwil). Aus der 1871 gegr. Zwangsarbeitsanstalt ging 1987 die kant. Strafanstalt Bitzi hervor. Seit 1870 ist M. über Bütschwil an die Eisenbahnlinie Wil (SG)-Wattwil angeschlossen. Die Ausläufer des Tössstockgebiets sowie des Quellgebiets der Murg sind seit 1996 im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung registriert.


Literatur
1100 Jahre M. (854-1954), 1954 (21987)
– H. Büchler, Das Toggenburg in alten Ansichten, 1975
Gem. M., 1985 (42001)
– B. Anderes, Gem. M., Kulturgesch. und Kunst, 1996
Vier Dörfer - eine Gem.: 1150 Jahre M., 2005

Autorin/Autor: Hans Büchler