Luzerner Tagblatt

Vom 1.1.1852 bis 31.10.1991 in Luzern erschienene Tageszeitung, die bis Juni 1858 den Titel "Tagblatt für die Kt. Luzern, Uri, Schwyz, Unter- und Obwalden und Zug" trug. Vom Drucker und Verleger Xaver Meyer von Schauensee als politisch neutrales Anzeigeblatt lanciert, entwickelte sich das L. zur führenden liberalen Tageszeitung der Zentralschweiz. 1879 übernahm Heinrich Keller den Druck, 1884 auch den Verlag. Die 1916 gegr. Keller & Co. wurde 1921 zur AG, blieb aber bis 1939 ein Familienunternehmen. Danach wechselte das Kapital mehrmals zwischen Streubesitz liberaler Parteifreunde und Mehrheitsaktionären. Von den parteilosen "Luzerner Neusten Nachrichten" wurde das L. zuerst auf dem Leser-, später auf dem Inseratenmarkt überholt. Gegen diese Konkurrenz gründeten die Verlage des L. und der CVP-nahen Tageszeitung "Vaterland" 1971 den Anzeigenpool Tandem. Die Auflage des L.s lag 1990 bei 38'400 (drei Regionalausgaben inbegriffen). 1991 fusionierte das Blatt mit dem stärkeren "Vaterland" zur "Luzerner Zeitung", die ihrerseits nach der Fusion 1995 mit der "Luzerner Neusten Nachrichten" in der "Neuen Luzerner Zeitung" aufging.


Literatur
Wechsel und Bestand, 1988
– M. Huber, Gesch. der polit. Presse im Kt. Luzern 1914-1945, 1989
– H. Kunz, Der Luzerner Presse-Eintopf, [1996]
– K. Suter, Pressegesch. des Kt. Luzern von 1945 bis 1970, 1996

Autorin/Autor: Max Huber