Bianchi-Giovini, Aurelio

geboren 25.11.1799 (Angelo Bianchi) Como,gestorben 16.5.1862 Neapel, kath., von Como. Sohn des Francesco Bianchi und der Maria Zoini. ∞ Maria Bellasi, von Mendrisio. Prominenter ital. Journalist, der sich mit bemerkenswerter Tüchtigkeit für die polit. Angelegenheiten des Tessins, wohin er 1830 gezogen war, einsetzte; Redaktor der Zeitungen "Ancora" (1831-32), einer Publikation gemässigter Richtung, und des "Repubblicano della Svizzera italiana" (1836-37), dem Zeitungsorgan der Liberalen, von dessen Spalten aus er eine heftige antiklerikale Polemik führte, die ihm zahlreiche Strafprozesse eintrug. Autor von hist. Werken ("Biografia di Fra' Paolo Sarpi", 1836). 1839 wurde er infolge seines heftigen Antiklerikalismus aus dem Kanton ausgewiesen. Er zog sich zuerst ins bündner. Grono und dann nach Zürich zurück; später siedelte er nach Mailand und Turin über, wo er die Chefredaktion der Blätter "Opinione" (1848-52) und "Unione" (1853) übernahm, in denen er seine Polemiken gegen die Kirche weiterhin austrug. Gegenüber den Republikanern der Mazzini-Richtung war er kritisch eingestellt; er unterstützte die piemontes. Politik des Gf. Camillo Benso di Cavour.


Literatur
– R. Caddeo, Le edizioni di Capolago, 1934
– M. Bottiglione-Barrella, Un dimenticato del nostro Risorgimento. Aurelio B., 1951
DBI 10, 60-63

Autorin/Autor: Carlo Agliati / MS