Hemberg

Polit. Gem. SG, Region Toggenburg, in voralpinem Hügelgebiet am oberen Necker. Dorf auf Hügelkuppe (945 m) westl. des Neckers, mit den Weilern Bächli, Mistelegg, Bomen, Harzenmoos, Brand, Lemberg, Starkenbach, Wis und Unterhemberg. 878 Hemmenberch, 1225 Hemberc. 1827 1'882 Einw.; 1850 1'813; 1900 1'348; 1950 1'003; 2000 944.

Urkunden (ab 878) weisen auf frühen Besitz des Klosters St. Gallen. 1383 gingen Hof und Kirchensatz H. an das Kloster St. Johann über. Die Vogtei wechselte 1418 von den Frh. von Hewen zu den Gf. von Toggenburg. 1468 kam H. mit dem übrigen Toggenburg unter die Landesherrschaft der Fürstabtei St. Gallen. Im Gericht Gegenharzbuch war H. mit Brunnadern verbunden. 1565 erhielten H. und St. Peterzell ein Landrecht. Zusammen bildeten sie im Oberamt das Amt St. Peterzell. Die Kollatur der 1214 errichteten Pfarrkirche lag bis 1555 beim Kloster St. Johann. Kirchenbrände 1460 und 1623. Die ab 1522 durch Johannes Dörig eingeführte Reformation wurde 1526 abgebrochen. Anstelle des paritätisch genutzten Gotteshauses entstand 1779 eine neue evang. und 1782 eine neue kath. Kirche. 1803 wurde H. polit. Gem. des Bez. Obertoggenburg, 1831 des Bez. Neutoggenburg. Die im 18. Jh. begründete und im frühen 19. Jh. ausgebaute Mousselineweberei und die Stickerei in Heimindustrie bewirkten eine starke Bevölkerungszunahme und Bautätigkeit: 1751-91 entstanden 80 neue Häuser. In der 2. Hälfte des 19. Jh. schrumpften Wirtschaft und Bevölkerung durch den Rückgang der Spinnerei und Weberei, der nur teilweise durch die Stickerei kompensiert wurde. Ein bescheidener Ausgleich konnte im 20. Jh. durch den Fremdenverkehr geschaffen werden. Seit Ende des 19. Jh. Höhen- und Luftkurort, verfügt H. über ein geschütztes Ortsbild, zwei Skilifte und Langlaufloipen. Postautolinien führen nach Wattwil und St. Peterzell. Viehwirtschaft, Holzgewerbe und Gastbetriebe sind wirtschaftl. Eckpfeiler.


Literatur
– H.M. Stückelberger, H. 878-1978, 1978

Autorin/Autor: Hans Büchler