08/06/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Brunnadern (SG)

Dieser Artikel wurde für die Buchausgabe des HLS mit einem Bild illustriert. Bestellen Sie das HLS bei unserem Verlag.

Polit. Gem. SG, Bez. Neutoggenburg. Das Dorf B. und die Fraktionen Chrüzweg, Spreitenbach, Furt (teilweise Gem. Mogelsberg) und Taa liegen in der Talsohle des Necker am Nordfuss der Wasserfluh. Das übrige Gemeindegebiet ist stark gefächert und hügelig, mit den Fraktionen Bitzi, Waldschwil, Vögelisegg, Steig, Haselacker, Schwendi, Niderwil, Reitenberg, Homberg und Hinteregg. 1377 Brunadran. 1803 930 Einw.; 1827 781; 1850 931; 1900 710; 1950 735; 1970 587; 2000 917.

Spät besiedelt und bis ins 18. Jh. ohne Siedlungszentrum, stand das Gebiet im SpätMA unter Herrschaft der Gf. von Toggenburg und gelangte mit dem Toggenburg 1468 an die Fürstabtei St. Gallen. Es war aufgeteilt in die Gerichte Hemberg und Neckertal. Eine ma. Kapelle wurde 1461 durch einen Neubau ersetzt, sie gehörte zur Pfarrei Oberhelfenschwil. 1528 wandten sich die Einwohner dem evang. Kultus zu. Erst 1708 entstand eine eigene Pfarrei, die Kirche erbaute 1763 Hans Ulrich Grubenmann. 1803 schlossen sich die Weiler und Dorfteile zur polit. Gem. B. zusammen.

Zahlreiche typ. Toggenburger Bauernhäuser aus dem 17. und 18. Jh. stehen noch in Spreitenbach, Furt und im Dorf. Eine Wanderschule ist 1745 erwähnt, 1874 vereinigten sich die Schulgem. Dorf und Reitenberg. Nach Ausbreitung der Hausweberei und -spinnerei im 17.-18. Jh. entstanden im 19. Jh. grössere Textilbetriebe: eine Spinnerei und Färberei im Dorf, Webereien im Dorf, in Furt und in Spreitenbach. Aus Letzterer entwickelte sich 1872 eine Nudelfabrik. Die ab 1850 aufgebaute Stickereiindustrie erlebte ihren Höhepunkt um 1880 und brach in den 1920er Jahren zusammen. Kleinbäuerl. Familienbetriebe, Gewerbe, Kleinindustrie und Tourismus prägen die Gemeinde seit 1945. 1910 wurde B. Station der Bodensee-Toggenburg-Bahn und 1912 Ausgangsstation der Postautolinie nach St. Peterzell und Waldstatt. Die 1956 gegr. Sekundarschulgem. B.-Oberhelfenschwil-Mogelsberg unterhält seit 1977 das Oberstufenzentrum Necker. 1971 wurde das Evang. Alters- und Pflegeheim eröffnet. Die Zahl der bäuerl. Betriebe nimmt ab, jene der Beschäftigten im 2. und 3. Sektor zu.


Literatur
– U. Tobler, Kirche und Kirchgem. von B., 1964
B., hg. von K. Künzler, 1977
Gesch. der Schule B., 1990

Autorin/Autor: Hans Büchler