Uhrenstatut

Im weiteren Sinn umfasst das U. alle rechtl. Massnahmen, die der Bund seit der Zwischenkriegszeit getroffen hat, um die Uhrenindustrie zu schützen. Er beabsichtigte damit, den Preiszerfall sowie die sog. Chablonnage einzudämmen, d.h. den Verkauf von Uhrenwerkbestandteilen ins Ausland, um diese dort unter Umgehung der auf Fertigprodukten erhobenen Zölle zusammenzusetzen. 1934 wurde eine Export- und Fabrikationsbewilligung eingeführt und 1936 wurden die Tarife der Arbeitgeberorganisationen für bindend erklärt. Diese öffentl.-rechtl. Verfügungen erfuhren bis 1948 regelmässige Verlängerungen, erst 1952 trat mit der Tariffreiheit eine Änderung in Kraft. Ab 1962 unterwarf das U. im engeren Sinn die Exporte einer techn. Kontrolle (Contrôle Technique des Montres, CTM), seit 1972 unterstellt es sie einer Qualitätskontrolle (Swiss Made).


Literatur
– J. Boillat, Les véritables maîtres du temps, 2012

Autorin/Autor: Johann Boillat / ANS