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Stein (SG)

Ehemalige politische Gemeinde SG, Region Toggenburg, seit 2013 mit Nesslau-Krummenau Teil der Gemeinde Nesslau. Zwischen Alpstein, Churfirsten und Speer gelegenes und von der Thur durchflossenes Bauerndorf mit Breitenau, Stiegen, Steinerberg, Hinterberg und Mühle. 1180 Praittenouw, 1320 Stein (späte Kopie). 1827 717 Einw.; 1850 605; 1900 611; 1950 588; 2000 398. Die Gerichtshoheit übten die Gf. von Montfort aus, deren Burg Starkenstein dem Dorf den Namen gab. Ihr Besitz ging 1180 und 1209 an das Kloster Alt St. Johann über. Die Vogtei gehörte zunächst den Gf. von Toggenburg und ab 1249 ebenfalls dem Kloster, das 1555 von der Fürstabtei St. Gallen inkorporiert wurde. Die Bewohner von S. erhielten die gleichen Rechte wie die Toggenburger Landleute. Im Kanton St. Gallen war S. ab 1803 Teil von Alt St. Johann und ab 1833 eine selbstständige Gemeinde. Die 1280 erw. Kapelle in Breitenau wurde 1497 zur Pfarrkirche erhoben. 1524-31 erfolgte die Reformation, 1601 führte die Fürstabtei den kath. Gottesdienst wieder ein. Die Reformierten waren 1585-1711 nach Nesslau kirchgenössig und benutzten später die Kirche in S. paritätisch mit den Katholiken. Mit dem Bau der neuen kath. Kirche 1930 wurde das Simultanverhältnis beendet. In S. ereignete sich 1947 der letzte grosse Dorfbrand der Schweiz. Eine steinerne Bogenbrücke überquert die Thur, eine gedeckte Holzbrücke die Wiss Thur. 1905 nahm in S. eine Skifabrik die Produktion auf, der Ort wurde zu einem Ausgangspunkt für Skifahrer und 1966-2001 war der Skilift Eggli-Stiegenrain in Betrieb. Zu Beginn des 21. Jh. bildeten Landwirtschaft und Kleingewerbe die wirtschaftl. Schwerpunkte, ergänzt durch Tourismus im Wander- und Skitourengebiet Risi-Stockberg und am Thur-Wanderweg. 2000 arbeiteten etwa 40% der Erwerbstätigen auswärts, der 1. Sektor stellte 2005 53% der Arbeitsplätze in Stein.


Literatur
– O. Widmer, Das oberste Toggenburg, 1945
Das Toggenburg, hg. von H. Büchler, 1992 (21993)

Autorin/Autor: Hans Büchler