Preisüberwachung

Während der Bundesrat im 1. Weltkrieg noch nicht über ein taugl. Mittel zur Eindämmung der Teuerung (Inflation) verfügte, regelte die 1931 geschaffene Preiskontrollstelle als Kriseninstrument die Erhöhung der Warenpreise und Tarife in den 1930er Jahren. Im 2. Weltkrieg war die P. ein integrierter Bestandteil der staatl. Kriegswirtschaftspolitik. Sie zielte v.a. darauf ab, das Preisniveau tief zu halten und somit die Preisbildung nach Angebot und Nachfrage zu ersetzen. 1973-78 bestand eine konjunkturpolit. P., welche die Überkonjunktur dämpfen und übermässige Preissteigerungen verhindern konnte. 1979 reichten Konsumentenverbände die Initiative zur Verhinderung missbräuchl. Preise ein, die die Einrichtung einer dauernden wettbewerbspolit. P. verlangte (Wettbewerb). Sie wurde 1982 angenommen, 1985 erliessen die Eidg. Räte das Preisüberwachungsgesetz. Zwei Konsumentenorganisationen reichten 1987 eine weitere Initiative zur Überwachung der Preise und der Kreditzinsen ein. Die Hauptanliegen dieser Initiative wurden 1991 anlässlich einer Gesetzesrevision verwirklicht. Die P. beobachtet also Preise von Waren und Dienstleistungen einschliesslich der Kredite sowie Wettbewerbsabreden und marktmächtige Unternehmen des privaten und öffentl. Rechts. Ausgenommen sind Löhne sowie die Kredittätigkeit der Schweiz. Nationalbank. Der Preisüberwacher, oder Monsieur Prix, wird vom Bundesrat gewählt und kann Preissenkungen verfügen. Bisher wurde das Amt von Leo Schürmann (1973-74), Leon Schlumpf (1974-78), Odilo Guntern (1986-93), Joseph Deiss (1993-96), Werner Marti (1996-2004), Rudolf Strahm (2004-08) und Stefan Meierhans (seit 2008) ausgeübt.


Literatur
– J. G. Lautner, Die kriegswirtschaftl. Preiskontrolle in der Schweiz, 1950
– M. Toller, Die P. als Mittel der schweiz. Wettbewerbspolitik, 1983

Autorin/Autor: Werner Marti