Gemeiner Pfennig

Der G. war eine 1495 im Hl. Röm. Reich erstmals erhobene, auf vier Jahre beschränkte kombinierte Kopf-, Vermögens- und Einkommenssteuer. Der Ausdruck beruft sich auf die Bedeutung von Pfennig als Geld bzw. Geldabgabe (so auch Peterspfennig als Abgabe der röm. Kurie). "Gemein" meint eine allg. Abgabe: Alle Reichsangehörigen ab dem 15. Altersjahr, Männer und Frauen, wurden für steuerpflichtig erklärt, ebenso die Geistlichen. Wie schon frühere Reichssteuern - die erste reichsweite Steuer war 1427 die sog. Hussitensteuer - wurde der G. nicht von allen Reichsständen geleistet. Die eidg. Orte verweigerten den Einzug der Abgabe durchweg; Basel zahlte den G. als Reichsstadt. Bis 1551 wurde der G. noch mehrmals ausgeschrieben. Danach fand dieses wenig effiziente Steuerinstrument keine Anwendung mehr.


Literatur
– B. Degler-Spengler, «Der G. und seine Erhebung in Basel», in BZGA 74, 1974, 237-258
– P. Blickle, «G. und Obrigkeit (1495)», in VSWG 63, 1976, 180-193
– P. Schmid, Der G. von 1495, 1989

Autorin/Autor: Benedikt Zäch