• <b>Rechentisch</b><br>Rechenbeispiele auf dem Abakus  © 2010 HLS und Marc Siegenthaler, Bern.

Rechentisch

Der R. (auch Rechentafel, -brett, -bank, -tuch) oder Abakus, eine Erfindung aus der Antike, ermöglichte die vier Grundrechenoperationen. Er breitete sich im 13. Jh. nördlich der Alpen in Zentren geistl. und weltl. Herrschaft wie auch im Wirtschaftsleben aus. Im SpätMA und in der Frühneuzeit gehörte er zur Ausstattung der Rathäuser in der Schweiz. Die auf dem R. angebrachten Linien standen für Einer, Zehner, Hunderter usw., auf die man Rechenpfennige (Jetons) legte. Jetons im Zwischenraum bedeuteten das Fünffache der unteren Linie. Zum Berechnen von Getreide- und Geldmengen waren die Linien mit den Kürzeln der ortsübl. Hohlmasse und Münzsorten markiert. Das "Rechnen auf den Linien" war vermutlich auch im Volk verbreitet. Die Methode kam zu Beginn des 19. Jh. ausser Gebrauch. Versch. R.e sind in Museen erhalten.

<b>Rechentisch</b><br>Rechenbeispiele auf dem Abakus  © 2010 HLS und Marc Siegenthaler, Bern.<BR/>
Rechenbeispiele auf dem Abakus


Literatur
– C. Martin, «Deux tables de compte valaisannes», in Ann. val., 1962, 405-418, (Verz. der erhaltenen R.e)
– W. Hess, «Rechnung Legen auf den Linien», in Städt. Haushalts- und Rechnungswesen, hg. von E. Maschke, J. Sydow, 1977, 69-82
– A. Schärlig, Compter avec des jetons, 2003
– A. Schärlig, Compter du bout des doigts, 2006

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler