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Sankt Gallenkappel

Polit. Gem. SG, Region See-Gaster, die südwestlich des Rickenpasses am Hang zwischen Linthebene und Tweralspitz (1332 m) liegt. Sie umfasst neben dem Dorf S. u.a. die Weiler Bezikon, Rüeterswil und Walde. In S. liefen zwei alte Handels- und Pilgerwege zusammen, die vom Toggenburg über die Laad bzw. den Hummelwald an den Zürichsee führten. Wo heute die Pfarrkirche S. steht, wurde vermutlich bereits im 9. Jh. eine Galluskapelle gebaut, die dem Ort den Namen gab. 1275 S. Galli capella, 1425 bi Sant Gallencappel, im Volksmund bis heute Chappele. 1850 1'229 Einw.; 1900 1'008; 1950 1'110; 2000 1'719. Vom 7. Jh. an setzte die alemann. Besiedlung ein (Bezikon, Rüeterswil, Bauwil, Geretingen, Zuppigen, Ruodligen), später erfolgte der Landesausbau im Hügelgebiet (Holz, Widen, Walde, Altschwand, Cholrüti). Im 9. Jh. wurde S. in die Grundherrschaft des Klosters St. Gallen eingegliedert. Nach der Übernahme der Herrschaft Uznach durch die Gf. von Toggenburg kam es wohl im 13. Jh. zur Bildung einer Pfarrei mit dem Patrozinium St. Laurentius und Gallus. Bis zur Gründung der polit. Gemeinde 1803 gehörte S. zur Tagwen Rüeterswil, die sich dank der umfangreichen Allmend am stärksten entwickelte. Rüeterswil war eine der sieben Gem. der Grafschaft Uznach. Erst nach dem Bau der Rokokokirche (1754-64) in S. wuchs das Pfarrdörfchen zum Zentrum der Gem., die gegen ihren Willen - die Fam. Raymann führte die proschwyzer. Partei an - mit dem Linthgebiet dem neuen Kt. St. Gallen zugeschlagen wurde. Die Eröffnung der Rickenstrasse 1830 brachte einen bescheidenen Aufschwung. Bis 1950 behielt die Gem. ihr bäuerl. Gepräge, dann setzte in den 1970er Jahren eine rege Bautätigkeit ein, in deren Gefolge der Pendelverkehr nach Rapperswil-Jona, Uznach und in den Kt. Zürich zunahm. Zu Beginn des 21. Jh. bestanden zahlreiche Gewerbe- und Handwerksbetriebe (u.a. im der Bau- und Verkehrsbranche). Auf dem Gemeindegebiet liegen das Naherholungsgebiet Atzmännig und der Truppenübungsplatz Cholloch.


Literatur
– A. Küng, Aus der Gesch. von S., 1951
Kdm SG 4, 1966, 478-517
S., 1991

Autorin/Autor: Alois Stadler