16/12/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Rappen

Der Begriff R. tauchte in der 1. Hälfte des 14. Jh. am Oberrhein auf und bezeichnete die Pfennige von Freiburg i.Br. mit dem Adlerkopf als Münzbild. Der Name R. lässt sich am ehesten von der eventuell spött. Umdeutung des Adlers als Rabe ableiten. Gegen Ende des 14. Jh. wurde der Ausdruck R. auf den grossen bzw. doppelten Pfennig übertragen und lieh auch einem oberrhein. Münzvertrag des SpätMA, dem Rappenmünzbund, den Namen (Münzvereine und Münzkonkordate). Mit der fortschreitenden Münzentwertung sank das Halbstück des R.s, der Stäbler bzw. Haller, zu einem Drittelstück herab. Ab dem 17. Jh. erschienen R., z.B. in Luzern und Schwyz (zwischen 1620 und 1625) oder in Zürich (ab ca. 1650), als Nominale zu 3 Hallern. In dieser Form wurden sie bis ins 19. Jh. geprägt. In der Helvetik bildete der R. die Grundeinheit des neuen dezimalen Münzsystems (Batzen zu 10 R.), schliesslich auch der neuen Bundeswährung Franken ab 1850. Damit wurde sein Nennwert endgültig auf 1/100 der nächstgrösseren Münzeinheit festgesetzt. Deutlich zum Ausdruck kommt dies in den erst im 19. Jh. für Rappen gebräuchlichen franz. und ital. Bezeichnungen Centime und Centesimo.

Der Ausdruck Centime geht zurück auf das Münzsystem des revolutionären Frankreich, das 1795 das metr. System einführte. Der Centime entsprach einem Hundertstel - franz. centième - des Frankens, der Décime 10 Centimes; die Bezeichnung Décime wurde allerdings bald aufgegeben. Genf liess unter franz. Herrschaft Centimes prägen und war 1839 der einzige Kanton, der den Franken und seine Unterteilungen verwendete.


Literatur
Idiotikon 6, 1173-1179
– F. Burckhardt, «Münznamen und Münzsorten», in Schweizer Münzbl. 5, 1954/55, 61

Autorin/Autor: Benedikt Zäch