Haller [Heller]

Der H. (oder Heller) war ab dem SpätMA die kleinste Münzeinheit in den Münzsystemen der Schweiz. Er entsprach dem halben Pfennig (Hälbling) bzw. dem kleinen Pfennig, dessen Doppelstück der Angster war. Der Name leitet sich vom Haller Pfennig aus Schwäbisch Hall ab, der im 13. Jh. in Süddeutschland als Heller zu einer allgemeingültigen Pfennigmünze avancierte. Ab 1320/30 erschien der süddt. Heller im Geldumlauf der Nordschweiz. Eine lokale Prägung etablierte sich nicht, stattdessen löste er die Herstellung von kleinen, aber einseitigen Pfennigen aus, die als H. oder Heller bezeichnet wurden. Um 1370 setzten sich diese H. als Grundeinheit versch. lokaler Münzsysteme durch, so in Zürich und St. Gallen. Das Westschweizer Pendant des H.s war die maille (vom vulgärlat. medalia, de medius), die vom 13. bis 15. Jh. v.a. im Bistum Lausanne sowie in Genf, Freiburg und Savoyen geprägt wurde. Der H. existierte als Nominal bis Ende des 18. Jh., war aber einer schleichenden Entwertung unterworfen.


Literatur
Idiotikon 2, 1130 f.
– F. von Schrötter Wb. der Münzkunde, 1930, 259-261, 365
– F. Wielandt, «Der Heller am Oberrhein», in Hamburger Beitr. zur Numismatik 5, 1951, 32-61
Dictionnaire de numismatique, hg. von M. Amandry, 2001, 275, 355, 415

Autorin/Autor: Benedikt Zäch