Groschen

Als Sammelbegriff bezeichnet G. eine weit verzweigte Gruppe spätma. und frühneuzeitl. Silbermünzen (Münzen) unterschiedl. Gewichts- und Wertstufen, zu denen sowohl der rhein. Albus als auch der oberital. Cavallotto - in der Schweiz in Bellinzona und Roveredo (GR) geprägt - und der Cornuto gehören. Der Münzname selbst leitet sich vom lat. grossus ab und bezeichnete zunächst in Italien allgemein Münzen in höheren Mehrfachwerten des Pfennigs. Am Anfang der europ. Groschenprägung stehen insbesondere der venezian. Grosso (1194) sowie der franz. Gros tournois (1266). Bereits 1297 wurden in Nyon erstmals G. geprägt. Im grösseren Rahmen setzte die Prägung in der Westschweiz mit dem Demi-Gros ab 1375, in der Deutschschweiz mit dem Plappart im frühen 15. Jh. ein, zunächst in der Form von Halbstücken. Anstelle der fehlenden einheim. G. liefen im 14. und 15. Jh. Mailänder Grossi und Pegioni (beide Halbstücke), Prager G. (Ostschweiz) sowie Gros tournois (Westschweiz) um. In der Neuzeit zur Billonmünze (Billon) zu 3 Kreuzern herabgesunken, wurde der G. von verschiedenen schweiz. Münzherrschaften v.a. in der 2. Hälfte des 16. und zu Beginn des 17. Jh. für den Export nach Süddeutschland geprägt. Im 17. Jh. verlor der G. in der Schweiz zunehmend an Bedeutung.


Literatur
– H. Schweizer «Die schweiz. G.», in Helvet. Münzenztg., 1970, Nr. 5, 2-7, 41-45, 81-83

Autorin/Autor: Lorenzo Fedel