Kreuzer

Im SpätMA als Tiroler Handelsmünze in Oberitalien, Österreich und Süddeutschland verbreitet, wurde der K. in der 2. Hälfte des 15. Jh. auch in Zürich, Luzern und Solothurn ausgeprägt (Münzen). Der K. wurde erstmals 1274 im Tirol geprägt und entsprach urspr. 20 Veroneser Denari piccoli. Der Name K. leitet sich vom Münzbild der Vorderseite ab, das ein Rad- bzw. Doppelkreuz zeigte. Urspr. als Silbermünze ausgegeben, sank der K. im Laufe der Zeit zur Billon-Münze ab. Vom 16. Jh. an Basis des süddt.-österr. Münzsystems, war er fortan wichtiger Bestandteil vieler kant. Währungen. Im Kt. Bern (in der Waadt cruche genannt) entsprach er wertmässig einem Viertel Batzen bzw. einer Hundertstel Rechnungskrone. Ab 1809 wurde er auch als 2½-Rappen-Stück ausgeprägt und verschwand mit der Münzreform 1850-51.


Literatur
– E. Tobler, «Kreuzerprägungen in der Schweiz», in Helvet. Münzenztg., 10, 1975, 494-497, 529-540; 11, 1976, 1-10, 49-58, 97-109, 147

Autorin/Autor: Lorenzo Fedel