Dukat

Als D. (von ital. ducato d'oro) wird eine ab 1284 in Venedig geprägte Goldmünze mit einem Gewicht von ca. 3,56 g bezeichnet. Die auch Zecchino (von ital. zecca, dt. Münzstätte) genannte Prägung war ein Konkurrenzprodukt zu dem ab 1252 in Florenz geprägten Gulden.

Der D. erwies sich als eine der langlebigsten Münzen der Weltgeschichte (Münzprägung). Zuerst verbreitete er sich im Einflussbereich Venedigs (Südosteuropa und Orient). Mit der Reichsmünzordnung von 1559 wurde er zur Hauptgoldmünze im Dt. Reich. Zu Beginn des 16. Jh. hatte er den Goldgulden an den meisten Orten verdrängt. Ihren Höhepunkt erlebte die neuzeitl. Dukatenprägung im 17. und 18. Jh., in Österreich wurde der D. bis ins 20. Jh. geprägt. In der Schweiz bzw. den unmittelbar angrenzenden Gebieten sind D.en ab dem 14. Jh. belegt. Sie sind hier im Vergleich mit dem Florentiner und später mit dem rhein. Gulden allerdings von geringer Bedeutung.

D.en wurden in der Schweiz vorerst nur sporadisch geprägt, um 1500 von den Bf. von Lausanne, um 1520 von den Drei Ländern (Uri, Schwyz, Nidwalden) in Bellinzona und etwas später auch in Freiburg. Im 17. Jh. begannen die meisten Münzherrschaften mit der Ausgabe von D.en. Wirtschaftlich bedeutend waren die Emissionen der Städte Basel und Zürich, die allein eine kontinuierl. Goldprägung aufrecht erhalten konnten. Die übrigen Ausgaben von D.en waren häufig Prestigeprägungen. Neben den einfachen D.en wurden als Teilstücke Halb- und Vierteldukaten ausgegeben. Münzen im Gewicht von mehreren D.en, oft mit ursprünglich für Silbermünzen bestimmten Stempeln geprägt, dienten in der Regel als Geschenke. In der Helvetik wurde die Duplone, nicht der D., als 16-Frankenstück zur Hauptgoldmünze. Im 19. Jh. prägten nur noch Zürich (1810), Bern (1825) und Schwyz (1844) Dukaten.


Literatur
– H.E. Ives, The Venetian Gold Ducat and its imitations, 1954
– J.-P. Divo, E. Tobler, Die Münzen der Schweiz im 18. Jh., 1974
– J.-P. Divo, E. Tobler, Die Münzen der Schweiz im 17. Jh., 1987
Dictionnaire de numismatique, hg. von M. Amandry, 2001, 172 f.

Autorin/Autor: Daniel Schmutz, Benedikt Zäch