ECU (European Currency Unit)

Nachdem die Mitglieder der Europ. Gemeinschaft (EG) 1972 ein System der Währungskontrolle und 1975 die europ. Rechnungseinheit eingeführt hatten, die für die Montanunion galt, schufen sie 1979 den E., die Europ. Währungseinheit. Diese künstl. Währung diente als Bezugsgrösse, Rechnungseinheit und Reservewährung innerhalb des Europäischen Währungssystems (EWS). Nachdem die Schweiz. Nationalbank vom Europ. Fonds für Währungspolitische Zusammenarbeit 1989 den Status eines "sonstigen Halters" von E. erhalten hatte, konnte sie einen Teil ihrer Währungsreserven in E. anlegen. 1991 wurde der E. nach dem Dollar und dem Yen zur drittwichtigsten Emissionswährung an den internat. Finanzmärkten. Auch in der Schweiz verkauften die Banken auf E. lautende Wertschriften und Beteiligungen an Anlagefonds. Am schweiz. Devisenmarkt wurde er 1995 jedoch lediglich bei 2,3% aller Transaktionen benutzt. Nach seiner 1999 erfolgten Ablösung durch den Euro gründeten die Schweizer Banken in Frankfurt eine gemeinsame Tochtergesellschaft, um am Zahlungssystem der Europ. Währungsunion (Europäische Union) teilnehmen zu können.


Literatur
SNB Geschäftsber., 1975-
Handelsztg., 31.10.1996
– O. Adler, Europ. Währungsunion, 1996
NZZ, 3.1.1998; 28.2.1998

Autorin/Autor: Martin Kloter