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Rieden (SG)

Polit. Gem. SG, Region See-Gaster. Auf kleiner Terrasse östlich über der Linthebene gelegenes Haufendorf mit Einzelhöfen an den Berghängen zwischen Tanzboden und Regelstein. 1045 Rieta (Kopie). 1802 350 Einw.; 1831 551; 1850 428; 1900 414; 1950 451; 1960 361; 2000 707. Das vermutlich spät besiedelte Gebiet unterstand vom HochMA bis 1798 der Grundherrschaft des Damenstifts Schänis; 1284 und 1304 sind die Einwohner von R. als Eigenleute des Stifts bezeichnet. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei dessen Kastvögten, 1438-1798 bei Schwyz und Glarus als Inhabern der Landvogtei Gaster. Eine dörfl. Genossenschaft R. tritt 1469 anlässlich der Ausscheidung von Nutzungsrechten am Wilderauwald mit Kaltbrunn in Erscheinung. Kirchlich gehörte R. bis 1762 zur Pfarrei Benken. Die 1707 erbaute Kapelle St. Magnus wurde 1769-70 durch die am selben Standort errichtete Pfarrkirche ersetzt. 1914 fand die Weihe der heutigen, neubarocken Kirche statt. In der Helvetik Munizipalgemeinde des Kt. Linth, wurde R. 1803 mit Kaltbrunn vereint und 1825 selbstständige polit. Gemeinde. 1839-41 erfolgte der Bau der Strasse von Gommiswald nach R., nachdem bislang Saumwege die einzigen Verbindungen dargestellt hatten. Stickerei in Heimarbeit bot ab dem späteren 19. Jh. Verdienst (1910 ca. 40 Stickmaschinen), nennenswerte Industrie siedelte sich im abseits gelegenen Dorf nicht an. Nach bescheidenen Anfängen um die Jahrhundertwende gehört die Gem. seit den 1960er Jahren zum Naherholungsgebiet der regionalen Zentren; das Baugewerbe profitiert vom Ferienhausbau. 2000 waren 70% der in der Gem. wohnhaften Erwerbstätigen Wegpendler, v.a. in den Raum Uznach-Jona-Rapperswil (SG). 2005 stellte der 1. Sektor (primär Viehzucht) noch 36% der Arbeitsplätze in der Gemeinde. Das 1983 erstellte Mehrzweckgebäude ist zum Mittelpunkt des kulturellen Dorflebens geworden.


Literatur
Kdm SG 5, 1970, 141-153
– R. Buschor, «R.», in Terra plana, 1985, Nr. 3, 12 f.

Autorin/Autor: Stefan Paradowski