No 25

Salis, Heinrich von (Zizers)

geboren 6.5.1753 Zizers, gestorben 18.5.1819 Helmsdorf (heute Gem. Immenstaad am Bodensee, Baden-Württemberg), begraben in Immenstaad, kath., von Zizers und Solothurn. Sohn des Johann Heinrich Anton, Feldmarschalls in franz. Diensten, und der Maria Anna Franzisca Bessler. Schwager des Simon ( -> 62). Baron. Ledig. Letzter männl. Vertreter des freiherrl. Zweigs der S. vom Unteren Schloss in Zizers. Gutsbesitz am Bodensee. 1763 übergab ihm sein Vater die franz. Erbkompanie. 1770 trat S. in die Schweizergarde ein, 1777 war er Hauptmann der Garde mit dem Rang eines Feldmarschalls, später Oberst und Ritter des St.-Ludwig-Ordens. 1792 wurde er nach der Verteidigung der Tuilerien, an der er beteiligt gewesen war, mit seinem Regiment entlassen. Nach der Restauration der Bourbonen trat er 1815 wieder in franz. Dienste; 1816 wurde er Generalleutnant und Brigadechef des Schweizergarde-Regiments. Am 4.1.1814 führte S. in Chur die reaktionären Putschisten an, welche die Trennung Graubündens von der Schweiz forderten und das polit. System des Dreibündestaats wiederherstellen wollten; dieses Unternehmen wurde von Österreich und den anderen Alliierten scharf verurteilt. Im Mai 1814 fungierte er als Oberkommandierender der gescheiterten Bündner Militäraktion zur Wiedereroberung der Veltliner Untertanenlande, in denen die S. umfangreichen Besitz verloren hatten. Der bedeutende und erfahrene Bündner Berufsmilitär schreckte nicht davor zurück, seine restaurativen Vorstellungen gewaltsam durchzusetzen.


Archive
– StAGR
Literatur
– A. Maag, Gesch. der Schweizer Truppen in franz. Diensten während der Restauration und der Julirevolution (1816-1830), 1899
– F. Pieth, «Die Zustände in Graubünden 1813/14 in Briefen Ulrich von Plantas an seinen Freund Otto de Carisch», in BM 1942, 321-340, 365-377

Autorin/Autor: Jürg Simonett