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Olgiati, Gaudenzio

geboren 14.7.1836 Poschiavo, gestorben 18.5.1892 Lausanne, ref., von Poschiavo. Sohn des Ludwig, Podestà, Weinhändlers, und der Anna Barbara geb. Jenatsch. ∞ 1867 Catharina Anna Mini, von Poschiavo. Besuch der Kantonsschule in Chur, ab 1855 Rechtsstud. in Heidelberg, München, Berlin und Siena. Anwalt in Poschiavo, ab 1866 in Chur, wo er eine Zeit lang die väterl. Weinhandlung führte. 1860-63 und 1869-72 im Bündner Gr. Rat für den Kreis Poschiavo. 1871-72 Regierungsstatthalter. 1874-75 Mitglied des Kreisgerichts Chur. Untersuchungsrichter in der Tessiner Wahlaffäre von 1872 (Streitigkeit im Gefolge der Nationalratswahlen). 1875-92 Bundesrichter (Präs. 1885-86). Vorsitzender des Gerichtshofs im Tessiner Revolutionsprozess von 1891. Mit Prospero Albrizzi Übersetzer des Bündner Zivilgesetzbuchs ins Italienische. Verfasser einer grossen Studie über Puschlaver Hexenprozesse.


Literatur
– U. Christoffel, «Bundesrichter Gaudenzio O. 1836-1892», in BM 1936, 280-287

Autorin/Autor: Adolf Collenberg