• <b>Karl Zay</b><br>Frontispiz aus "Goldau und seine Gegend", 1807. Kupferstich von  Johann Heinrich Meyer (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Alte Drucke und Rara). Der Bericht von Karl Zay über den Goldauer Bergsturz vom 2. September 1806 und dessen Folgen erschien bei Orell Füssli in Zürich. Das Werk erhielt den Übernamen "Schuttbuch".

No 1

Zay, Karl

geboren 8.7.1754 Arth, gestorben 15.5.1816 Schwyz, kath., von Arth. Sohn des Johann Karl Jakob, Doktors der Medizin. ∞ 1) 1781 Maria Katharina von Weber, Tochter des Franz Dominik von Weber, 2) 1808 Katharina Ab Yberg. Schwager des Franz Xaver von Weber. Ausbildung am Jesuitenkolleg in Luzern, 1779-81 Medizinstudium an der Univ. Strassburg, von dort aus Vorlesungsbesuche an der Univ. Basel, Doktorat. 1779, 1785 und 1786 Gesandter des Standes Schwyz an Jahrrechnungstagsatzungen im Tessin und im Gaster, 1786 Schwyzer Ratsherr, 1798 Mitglied des Kriegsrats, 1798-99 Kantonsrichter im Kt. Waldstätten, 1801-08 Tagsatzungsgesandter. 1802 Sekr. des ersten Landammanns der Schweiz (Alois Reding) in Bern. Höhepunkt seiner polit. Karriere war die Teilnahme an den Verhandlungen der Consulta in Paris. 1803-08 Säckelmeister des Kt. Schwyz, gleichzeitig Präs. der Schwyzer Verfassungskommission, 1809-11 Landesstatthalter.

<b>Karl Zay</b><br>Frontispiz aus "Goldau und seine Gegend", 1807. Kupferstich von  Johann Heinrich Meyer (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Alte Drucke und Rara).<BR/>Der Bericht von Karl Zay über den Goldauer Bergsturz vom 2. September 1806 und dessen Folgen erschien bei Orell Füssli in Zürich. Das Werk erhielt den Übernamen "Schuttbuch".<BR/>
Frontispiz aus "Goldau und seine Gegend", 1807. Kupferstich von Johann Heinrich Meyer (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Alte Drucke und Rara).
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Bekannt ist Z. v.a. wegen seines schriftsteller. Werks, insbesondere wegen der im Volksmund als "Schuttbuch" (1807, Nachdruck 2006) bekannten Beschreibung des Goldauer Bergsturzes von 1806. Daneben verfasste er Gedichte und Reden. Z. war mit zahlreichen Persönlichkeiten der Eidgenossenschaft befreundet, mit denen er in regem Briefkontakt stand. Seinen Besuchern zeigte er gerne seine Heimat und führte sie dabei häufig auch auf die Rigi. Z. zeigte sich offen für aufklärer. Postulate in seinem Kanton (Volksbildung, medizin. Versorgung), trat aber keiner Gesellschaft bei. Aus wohlhabenden Verhältnissen stammend, vermehrte er sein Vermögen durch zwei Heiraten beträchtlich. Schliesslich besass er mehr als 130 Kapitalbeteiligungen an landwirtschaftl. Heimwesen im ganzen Alten Land Schwyz.


Literatur
– J. Auf der Maur, «Zinsen - Schulden - Konjunkturen», in Gfr. 143, 1990, 165-230
– J. Auf der Maur, «Karl Z.», in Goldau und seine Gegend, 2006, 7-37

Autorin/Autor: Jürg Auf der Maur