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Rebstein

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Polit. Gem. SG, Region Rheintal, die vom Rheintaler Binnenkanal bis zur Grenze des Appenzeller Vorderlands reicht. 1270 Rebistain. 1850 1'582 Einw.; 1900 1'936; 1950 2'419; 1970 3'414; 2000 4'055. R. ging als Teil des Hofs Marbach im 9. Jh. grösstenteils an das Kloster St. Gallen. Im Hoch- und SpätMA lassen sich die mit äbt. Lehen ausgestatteten Dienstleute von Hardegg und von Ems nachweisen. Die Herren von Hardegg veräusserten 1388 ihren letzten Besitz an das Spital St. Gallen, die Herren von Ems ihre Rechte 1473 an das sankt-gall. Gotteshaus. Das unter den Herren von Ems bestehende Sondergericht wurde 1474 in den äbt. Hof Marbach eingegliedert. 1490-1798 gehörte R. zur Landvogtei Rheintal. Vom MA an war es kirchgenössig nach Marbach. 1898 erfolgte die Errichtung einer eigenen kath. Pfarrei. Die Reformierten, die ab 1712 die St. Sebastianskapelle mitbenutzen durften, gründeten 1782 eine eigene Kirchgemeinde. 1729 bzw. 1735 löste sich die kath. bzw. ref. Schulgemeinde von Marbach. 1803 wurde R. eine polit. Gemeinde im neuen Kt. St. Gallen. 1844, 1880 und 1891 verwüsteten Brände das Dorf. Im letzten Viertel des 19. Jh. wandelte sich R. von der Reb- und Ackerbaugemeinde zum Industriedorf. Neben der in Heimarbeit betriebenen Maschinenstickerei existierte allerdings eine ausgedehnte landwirtschaftl. Produktion. Unter den damals gegr. Stickereifirmen gedieh v.a. der Betrieb von Jacob Rohner, der einen weltweiten Ruf erlangte und 1992 zur Forster Rohner AG fusionierte. Die Textilkrise der 1920er und 30er Jahre traf R. hart. Mit der Rheinebene-Melioration 1941-53 gingen praktisch alle Kleinbauernbetriebe ein und es entstanden grössere Bauernbetriebe in der Rheinebene.


Literatur
– E. Gruber, Gesch. von R., 1956
Fs. zum 225-jährigen Bestehen der evang. Kirche R., 1782-2007, 2007

Autorin/Autor: Wolfgang Göldi