27/10/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Marbach (SG)

Polit. Gem. SG, Region Rheintal. Das räumlich geschlossene Dorf liegt zwischen Rebstein und Altstätten. 831 Marahbach. 1830 1'074 Einw.; 1850 1'088; 1900 1'111; 1950 1'216; 1980 1'382; 2000 1'779. Der Hof M., der auch Rebstein umfasste, ging im 9. Jh. grösstenteils an das Kloster St. Gallen über. 1272 kaufte dieses das Meieramt von den Herren von Hardegg zurück. Im 14. Jh. besassen die Edlen von Altstätten pfandweise das Meieramt. 1415 (für Rebstein 1473) erfolgte der erneute Rückkauf durch die Fürstabtei St. Gallen. 1460 kam M. durch Kauf in die Hände der Appenzeller, die 1490 ihren Rheintaler Besitz an die Eidgenossen abtreten mussten. Bis 1798 gehörte M. zur Landvogtei Rheintal. Die Fürstabtei St. Gallen besass weiterhin die niedere Gerichtsbarkeit. Die im 8. Jh. belegte Kirche war Zentrum eines grossen Pfarrbezirks, der Altstätten mit Eichberg (Abkurung im 14. Jh.), Balgach (1521), appenzell. Gebiete (1653/87), Diepoldsau (1728/62), Rebstein (1782/1898) und Lüchingen (Gem. Altstätten, 1967) umfasste. Nach der Reformation (1528) kehrte eine Minderheit der Einwohner 1531 zum kath. Kultus zurück. Die Pfarrkirche St. Georg wurde bis zum Bau der ref. Kirche 1955 paritätisch genutzt. 1773 zerstörte ein Brand fast das ganze Dorf. 1803 wurde M. (ohne Rebstein) zur polit. Gem. des Kt. St. Gallen erhoben. 1860-1914 erlangte die Maschinenstickerei in Heimarbeit in der bis anhin von Ackerbau, Viehzucht, Milchwirtschaft sowie insbesondere von Rebbau geprägten Gemeinde Bedeutung; M. profitierte allerdings nicht im selben Ausmass wie Rebstein und Widnau vom Stickereiboom. In der Zwischenkriegszeit erfolgte die Gründung versch. textilnaher Kleinfirmen (u.a. 1929 die Strumpffabrik Flexy AG). Nach der Melioration der Rheinebene und der Güterzusammenlegung 1955 verschwanden die landwirtschaftl. Betriebe zunehmend aus dem Dorf.


Literatur
– E. Rohner, Das Dorf M., 1982
– M. Flury-Rova, Die Kirchen von M. im Rheintal, Kt. St. Gallen, 2003

Autorin/Autor: Wolfgang Göldi