08/11/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Eichberg

Polit. Gem. SG, Region Rheintal. Streusiedlung am Südosthang des Hirschbergs mit den Kernen E.-Dorf, Au, Hölzlisberg und einem Teil Hinterforsts (der andere gehört zu Altstätten). 891 Hermentines (rätorom.), 1282 Aichilberch, 1290 Aitberge. 1850 847 Einw.; 1900 873; 1950 766; 1980 719; 2000 1'266. Als Teil des Hofes Altstätten war E. ab dem 13. Jh. im Besitz des Klosters St. Gallen. Die von Altstätten getrennte niedere Gerichtsbarkeit (Vogtei) hatten im SpätMA klösterl. Ministerialen zu Lehen. 1491 wird erstmals ein Amann von Aydberg erwähnt, 1521 entstand die erste Offnung sowie die beiden sog. Rhoden Vorderlocher (zwischen Chapf und Hinterforst) und Hinterlocher (hinter dem Chapf). E. war zu Altstätten pfarrgenössig. Nach der Reformation traten die meisten Einwohner zum neuen Glauben über. 1712-13 bauten sie mit Hilfe der Stadt Zürich eine ref. Kirche; Zürich war 1729-1803 im Besitz der Kollatur. 1717 wurden auch die Reformierten von Hinterforst in die neue Pfarrei eingebunden. 1951 erfolgten der Bau der Bruder-Klausen-Kirche und die Errichtung der kath. Pfarrei E.-Hinterforst. Bei der Kantonsgründung 1803 wurde E. erst der Gem. Oberriet zugeteilt, bald darauf aber mit den Weilern Unter-Chobelwies und Hard zu einer eigenen polit. Gem. erhoben. 1833 kamen die genannten Weiler zu Altstätten bzw. Oberriet. Bis in die neueste Zeit dominieren in E. im 1. Sektor Holz- und Viehwirtschaft. Weinbau gibt es am Hochchapf seit dem 16. Jh. Der steile Rebhang ist heute die grösste geschlossene Terrassenanlage im Kt. St. Gallen (Terrassierung 1983). 1844 wurde die Gemeindestrasse gebaut. Vermutlich weil E. abseits des Eisenbahnverkehrs lag, kam es im 1. Viertel des 20. Jh. nur zu einer mässigen Industrialisierung, die Heimstickerei ging in der gleichen Zeit stark zurück. Bis in die 1970er Jahre stagnierte die wirtschaftl. und demograf. Entwicklung. Danach zog die Bautätigkeit kräftig an (Einfamilienhäuser), und das bisherige Siedlungsbild mit versch. als schützenswert verzeichneten Bauten veränderte sich markant.


Literatur
– W.R. Spira, E. im Rheintal, 1986
– W. Ritter et al., Aufs. zur Gesch. E.s, 1991

Autorin/Autor: Johannes Vogel