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Zeerleder, Karl

geboren 31.12.1780 Bern, gestorben 28.6.1851 auf seinem Landgut auf dem Mont Vully, ref., von Bern. Sohn des Ludwig, Bankiers, und der Sophie Charlotte von Haller. Bruder von Ludwig ( -> 4) und Bernhard ( -> 2). Enkel des Albrecht von Haller. Cousin von Gottlieb Abraham von Jenner und Karl Ludwig von Haller. ∞ 1) Margarete Elisabeth Melanie von Ernst, Tochter des Beat Rudolf von Ernst, 2) Magdalena Zeltner, Tochter des Urs Joseph Eduard, Kaufmanns. Schwager des Armand Eduard von Ernst. Bildung in Privatschulen, Selbststudium der Geschichte. Z. gehörte zu den liberal gesinnten Patriziern, die wegen ihrer administrativen, aber auch sozialen Kompetenz vom Ancien Régime bis in die Regenerationszeit eine bruchlose Karriere absolvierten: 1798-1802 war er Sekr. im Helvet. Innenministerium, 1803-24 Sekr. und ab 1824 Mitglied des bern. Justizrats, 1816-31 Berner Grossrat, 1827-30 Mitglied des Kl. Rats sowie 1827 Appellationsrichter. Z.s "Bericht an den Gr. Rath der Stadt und Republik Bern über die Staats-Verwaltung" von 1831 ist eine apologet. Rechenschaftsablage des gestürzten Patriziats. Als Oberamtmann von Aarwangen (1818-24) gründete Z. mit dem Bleicher Jakob Buchmüller die Amtsersparniskasse. Eine Wahl in den Regenerationsgrossrat lehnte er ab. 1832-48 Berner Stadtpräsident, förderte er den Bau der Nydeggbrücke und die Stadtbibliothek. 1831-40 Präs. der Schweiz. Geschichtforschenden Gesellschaft. Seine postum herausgegebenen "Urkunden für die Geschichte der Stadt Bern [...]" (3 Bände, 1853-55) weisen ihn als fähigen Geschichtsforscher aus.


Archive
– StABE, Nachlass
Literatur
– H. von Greyerz, Nation und Gesch. im bern. Denken, 1953, 156
– J.H. Wäber, Berner Patrizier in hohen Staatsämtern der Helvetik, Liz. Bern, 1978 (BBB)
Der Bund, 23.6.2001

Autorin/Autor: Christoph Zürcher