• <b>Gustav Vogt</b><br>Fotografie von  Moritz Emil Vollenweider,  um 1880 (Schweizerische Nationalbibliothek).

No 13

Vogt, Gustav

geboren 14.7.1829 Giessen, gestorben 12.11.1901 Zürich, ref., aus Hessen, ab 1846 von Erlach. Sohn des Philipp Friedrich Wilhelm ( -> 24). Bruder von Adolf ( -> 1), Carl ( -> 5) und Emil ( -> 7). ∞ 1854 Lina Rosina Follen. Schulen in Bern. Teilnahme am Sonderbundskrieg. Bis 1853 Rechtsstud. in Bern, dann Anwaltspraxis und Mitarbeit an Jakob Stämpflis "Berner Zeitung". 1855 habilitierte V. in Bern und las dort Straf-, Natur- und Bundesrecht. 1856-60 war er Bezirksprokurator. Seine Ideen flossen ins bern. Armengesetz von 1857 ein, verfasst von seinem Freund Carl Schenk. 1860 erschien ein Teil seines "Handbuchs des schweiz. Bundesrechts", das aber Torso blieb, weil V. im selben Jahr zum Direktor des Eidg. Statist. Bureaus ernannt wurde. Als o. Prof. für Staatsrecht in Bern ab 1862 setzte er sich für die direkte Demokratie, die Verfassungsgerichtsbarkeit nach nordamerikan. Muster und die internat. Friedensbewegung ein. 1868-69 arbeitete V. redaktionell an der Zeitschrift "Die Vereinigten Staaten von Europa" mit. 1870 erhielt er in Zürich den nach der Umwälzung geschaffenen Lehrstuhl für demokrat. Staatsrecht. Bei reduziertem Lehrauftrag war er 1878-86 Chefredaktor der NZZ. 1872-81 amtierte er als Zürcher Kantonsrat. V. galt als eigentl. Schöpfer des Bundesstaatsrechts im Geist des 1848er-Liberalismus. 1867 Dr. iur. h.c. der Univ. Bern.

<b>Gustav Vogt</b><br>Fotografie von  Moritz Emil Vollenweider,  um 1880 (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/>
Fotografie von Moritz Emil Vollenweider, um 1880 (Schweizerische Nationalbibliothek).
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Literatur
Die Univ. Zürich 1833-1933, 1938, 670-672
– L. Weisz, Die Neue Zürcher Ztg. auf dem Weg zum freisinnigen Standort, 1872-1885, 1965, 213-561
Die Dozenten der bern. Hochschule, 1984, 59

Autorin/Autor: Christoph Zürcher