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May, Albrecht Friedrich

getauft 16.10.1773 Schadau (Strättligen, heute Gem. Thun), gestorben 3.5.1853 Bern, ref., von Bern. Sohn des Friedrich, Landvogts von Signau, und der Anna Rosina geb. M. ∞ 1807 Maria Anna Jacqueline Tschiffeli, Tochter des Franz Anton, Soldoffiziers. Bildung am Berner Polit. Institut und Volontariat in der Staatsverwaltung, 1796-97 Rechtsstudien in Jena (u.a. bei Johann Gottlieb Fichte), Bildungsreise. 1798 Sekr. des Direktoriums, 1799 und 1802 diplomat. Missionen nach Paris. 1802 als Generalkommissär des Kt. Léman Niederschlagung des Bourla-Papey-Aufstands. 1802 Regierungsstatthalter im Kt. Zürich. 1803 Italienreise und Ausbildung zum Fürsprecher. 1804-15 Oberlehenskommissär. 1814-46 Berner Grossrat. Gegner der Restauration und der Angliederung des Bistums Basel an Bern. 1816-23 Oberamtmann in Courtelary. 1827-37 Berner Staatsschreiber. M.s liberale Grundhaltung und überparteil. Politik des Juste-Milieu trugen entscheidend zum reibungslosen Übergang zur liberalen Ordnung Berns bei.


Literatur
Slg. bern. Biogr. 1, 637-640
– J.H. Wäber, Berner Patrizier in hohen Staatsämtern der Helvet. Republik, Liz. Bern, 1978
– D. Flückiger, Mann der Regierung oder Volksbeamter?: Berner Oberamtmänner (1803-1831) zwischen Landvogt und Regierungsstatthalter, Liz. Bern, 2005

Autorin/Autor: Christoph Zürcher