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Kuhn, Bernhard Friedrich

getauft 26.9.1762 Grindelwald, gestorben 4.2.1825 Avenches, ref., von Bern. Sohn des Friedrich, Pfarrers. Vetter des Gottlieb Jakob ( -> 7). ∞ Katharina Magdalena von Ernst, Tochter des Georg. K. studierte Theologie, Rechte und Naturwissenschaften und war 1786 einer der Mitgründer der Naturforschenden Gesellschaft in Bern. 1787-91 wirkte er als Prof. für Ius publicum Helvetiae am Polit. Institut, trat dann wegen der Einschränkung seiner Forschungsfreiheit zurück und wurde Fürsprecher. Er war Mitglied der Provisor. Regierung, erster Präs. des helvet. Gr. Rats, Mitglied des helvet. Vollziehungsrates 1801 sowie der Consulta in Paris 1803. Nachher lehrte er als Prof. für vaterländ. Recht an der Berner Akademie. K. war an allen helvet. Staatsstreichen beteiligt. Im Mai 1802 verhandelte er als Regierungskommissär mit den Bourla-Papey-Aufständischen in Lausanne. Der gemässigte Unitarier gilt als der bedeutendste helvet. Politiker neben Albrecht Rengger und Philipp Albrecht Stapfer. Er starb in geistiger Umnachtung.


Werke
Über das Einheitssystem und den Föderalismus als Grundlagen einer künftigen helvet. Staatsverfassung, 1800
Literatur
ADB 17, 336-338
– E. Blösch, Bernhard Friedrich K. (1762-1825), ein bern. Staatsmann z.Z. der Helvetik, 1894
– H. von Greyerz, Nation und Gesch. im bern. Denken, 1953
Biogr. Lex. zur Gesch. der demokrat. und liberalen Bewegungen in Mitteleuropa 1, hg. von H. Reinalter et al., 1992, 213

Autorin/Autor: Christoph Zürcher