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Heilmann, Georg Friedrich

geboren 5.1.1785 Biel, gestorben 24.7.1862 Biel, ref., von Biel. Sohn des Niklaus ( -> 3). ∞ 1813 Anna Elisabeth Haas, Tochter des Friedrich, Grossrats. H., der durch den Privatlehrer Johann Rudolf Wyss erzogen wurde, unternahm mit diesem mehrere Reisen nach Deutschland. 1804-07 studierte er Recht in Heidelberg und Halle, danach erwarb er sich landwirtschaftl. Kenntnisse im Fellenberg'schen Institut Hofwil. H.s Denken und Handeln wurde stark von seinem Vater beeinflusst, der das Haupt der Bieler aristokrat.-eidg. Gesinnten war. 1813 stellte er ein Freiwilligenkorps gegen Napoleon auf. Als Mitglied der provisor. Regierung Biels erreichte H. in seiner ersten diplomat. Mission 1814 von Karl Philipp Fürst von Schwarzenberg die Anerkennung der Neutralität Biels. H. war bestrebt, an der Tagsatzung vom April 1814 in Zürich die Schaffung eines Kantons Südjura/Biel zu erreichen. Er setzte sich aber nicht durch, die Mächte des Wiener Kongresses duldeten nur eine Tagsatzung der 19 Kantone ohne die zugewandten Orte. Als Vertreter Biels in Wien konnte er nicht verhindern, dass Biel 1815 definitiv dem Kt. Bern zugeschlagen wurde. 1816 wurde er Amtsstatthalter von Nidau (zu dem Biel damals gehörte), Amtsrichter und Mitglied des bern. Gr. Rates. 1820 verfasste er ein Memorial zur Juragewässerkorrektion und gründete die Ersparniskasse Biel. Der begeisterte Philhellene stand im Zentrum des geistigen Lebens seiner Vaterstadt. Sein Sommersitz war das Gut Bellevue bei Port. 1829 trat er in den napoletan. Solddienst (Regiment Wyttenbach), den er 1844 als Oberst verliess. In dieser Zeit zeichnete er ein Panorama von Neapel. 1846-50 war er wieder Grossrat und näherte sich dem konservativen Eduard Blösch an.


Archive
– StadtA Biel, Nachlass
Literatur
– W. Häberli, Biel unter Frankreichs Herrschaft, 1948
Junker, Bern 1
– W. und M. Bourquin Biel, stadtgeschichtl. Lex., 1999, 182-184

Autorin/Autor: Christoph Zürcher