• <b>Emanuel Friedrich von Fischer</b><br>Porträt als 6-jähriger Junge. Öl auf Leinwand von   Friedrich Oelenhainz,   1792 (Burgerbibliothek Bern). In Bern spielte man wie in der Westschweiz mit französischen Karten, auch um ein Kartenhaus zu bauen.

No 17

Fischer, Emanuel Friedrich von

geboren 19.9.1786 Bern, gestorben 13.1.1870 Bern, ref., von Bern. Sohn des Emanuel Rudolf Friedrich ( -> 18). ∞ 1819 Sophie de Mestral de Saint-Saphorin, Tochter des Armand. Bis 1802 Stud. der alten Sprachen und der Mathematik an den Akad. von Bern und Genf. 1805-09 Sekretär der Berner Akad., Generalstabsoffizier, Magistrat und Gutsbesitzer. 1810 wurde F. Distriktrichter, 1816 Berner Grossrat, 1819-22 war er Amtsstatthalter in Bern, 1821 Mitglied des Geheimrats und 1823 Heimlicher vom Rat, 1824 erfolgte die Wahl in den Kl. Rat. Der politisch gemässigte und reformfreundliche F. wurde 1827 zum Schultheissen gewählt. Er betrieb u.a. die Abschaffung des Ohmgeldes und befürwortete eine Öffnung des Wahlrechts für den Gr. Rat. Als die Stellung des Patriziats nach der Julirevolution in Paris unhaltbar geworden war, setzte er im Jan. 1831 die Abdankung der alten Regierung und damit den friedl. Übergang zum liberalen Regenerationsstaat durch. Als Präsident der burgerl. Stadtbehörde wurde er in Auseinandersetzungen mit der liberalen Kantonsregierung hineingezogen und wegen seiner angebl. Teilnahme an der sog. Erlacherhofverschwörung und am Werbekomplott des Hochverrats bezichtigt und 1839 in einem fragwürdigen Verfahren zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. 1833-40 lebte er freiwillig im Exil. 1850-54 sass er für Brienz im Gr. Rat und unterstützte die konservative Regierung Eduard Blöschs. 1854 aus dem Gr. Rat verdrängt, widmete er sich hist. Studien und war Präsident des Kirchgemeinderats der Nydegg. F. gehörte zu den bedeutenden Staatsmännern Berns im 19. Jh.

<b>Emanuel Friedrich von Fischer</b><br>Porträt als 6-jähriger Junge. Öl auf Leinwand von   Friedrich Oelenhainz,   1792 (Burgerbibliothek Bern).<BR/>In Bern spielte man wie in der Westschweiz mit französischen Karten, auch um ein Kartenhaus zu bauen.<BR/>
Porträt als 6-jähriger Junge. Öl auf Leinwand von Friedrich Oelenhainz, 1792 (Burgerbibliothek Bern).
(...)


Werke
Vier vertraul. Briefe über eine Angelegenheit des Vaterlandes, 1814
Rückblicke eines alten Berners, 1868
Literatur
Slg. bern. Biogr. 4, 1902, 621-633
– E. Gruner, Das bern. Patriziat und die Regeneration, 1943
– H. von Greyerz, Nation und Gesch. im bern. Denken, 1953
NDB 5, 174-176
Generalstab 3, 59 f.
– Junker, Bern 1 und 2

Autorin/Autor: Christoph Zürcher