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Bridel, Gustave

geboren 26.10.1827 Biel (BE), gestorben 3.12.1884 Bern, ref., von Biel. Sohn des Vincent-Henry-Albert, Indiennefabrikanten, und der Julie-Louise geb. Neuhaus, von Biel. ∞ Marie-Louise Carrel, Tochter des Abraham-Louis, Notars in Yverdon. Früh verwaist, wurde B. von seinem Onkel Henri-François-Louis Verdan erzogen, Mitinhaber der Indienne-Fabrik Verdan. An der Ecole centrale des arts et manufactures in Paris liess er sich zum Maschineningenieur ausbilden. Ab 1847 bei der franz. Ostbahn, dann in einem Pariser Baugeschäft tätig. 1855 konstruierte B. den Palais de l'Industrie in Paris, gründete in Yverdon eine eigene Brückenbauwerkstätte und war ab 1868 massgeblich an der ersten Juragewässerkorrektion beteiligt. B. errichtete diverse Viadukte, z.B. 1869 in Vallorbe. 1873 übernahm er die Bauleitung der bern. Jurabahnen und blieb Mitglied der Betriebsleitung bis 1879. Im gleichen Jahr wurde er als "Krisenmanager" zur Gotthardbahn gerufen, die unter ihm erfolgreich zu Ende gebaut wurde. 1883-84 amtierte B. in Bern als Direktor der Bern-Jura-Luzern-Bahn. Er zählt zu den bedeutendsten Bahnbauern der Schweiz.


Literatur
– E. Mathys, Männer der Schiene, 21955
– G. Bridel, «Ingenieur Gustave B. (1827-1884)», in BZGH 1952, 55-71
– Junker, Bern 2
– G. Bridel, «Gustave B.», in Sechs Schweizer Alpenbahningenieure, 2001, 55-68

Autorin/Autor: Christoph Zürcher