Muolen

Polit. Gem. SG, Region St. Gallen. Nördlichste Gem. des Kantons, bestehend aus dem Dorf M. sowie mehreren Weilern, mit einem Teil des Hudelmooses, des letzten Hochmoors im Fürstenland. 1155 Mola. 1831 953 Einw.; 1850 983; 1900 1'015; 1950 1'027; 2000 1'074. Hof und Meieramt M. bildeten einen Teil der Herrschaft Hagenwil und wurden 1264 von Rudolf von Hagenwil dem Kloster St. Gallen übergeben. Die Verwaltung dieser Herrschaft hatten in der Folge versch. Adelsgeschlechter aus der Region inne (u.a. von Breitenlandenberg, von Kastel, von Bernhausen). Die Reichsvogtei M. wurde von Ks. Ludwig 1331 an Eberhard von Bürglen verpfändet und gelangte nach mehreren Besitzerwechseln 1464 an das Kloster St. Gallen. 1467 erhielt M. von Abt Ulrich Rösch eine Offnung. Bis 1798 bildete M. ein eigenes, mittlerweile von Hagenwil getrenntes Gericht des Landshofmeisteramts. Kirchlich gehörte M. grösstenteils zu Hagenwil. 1784 wurden die Josefskapelle und eine Kaplaneipfründe errichtet, 1814 erhielt M. eine eigene Pfarrei. M. wurde 1803 mit Häggenschwil zu einer polit. Gemeinde vereinigt, dann aber noch im selben Jahr zu einer selbstständigen polit. Gemeinde erhoben. Es gehörte 1803-31 zum Bez. Rorschach, 1831-1918 zum Bez. Tablat und 1918-2002 zum Bez. St. Gallen. Die Wirtschaft war auch im ausgehenden 20. Jh. noch stark landwirtschaftlich geprägt. Bis Ende 18. Jh. hatte Ackerbau, betrieben im Rahmen der Dreizelgenordnung, vorgeherrscht; danach erlangten Vieh- und Milchwirtschaft sowie Obstbau immer grössere Bedeutung. Im Hudelmoos wurde Torf abgebaut. Bodenzusammenlegungen in den 1920er Jahren und Entwässerungen ermöglichten eine intensivere landwirtschaftl. Nutzung. Die von der St. Galler Textilwirtschaft ausgehende Industrialisierung erfasste M. nur am Rande (1890: 48 Handstickmaschinen). 1910 wurde M. ans Netz der Bodensee-Toggenburg-Bahn (heute Südostbahn) angeschlossen.


Literatur
– J. Kreienbühler, Die Gesch. der Gem. M., 1935
– J. Huber, M., 2005

Autorin/Autor: Marcel Mayer