09/12/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Sentier, Le

Hauptort und Ortsteil der Gem. Le Chenit VD, am linken Ufer der Orbe. Zwischen 1611 und 1616 Sendey. Anfang des 17. Jh. 370 Einw.; 1725 1'360; 2000 1'911. In der 2. Hälfte des 16. Jh. wurde erstmals Land urbar gemacht; die ersten, mehrheitlich aus Le Lieu stammenden Siedler liessen sich zu Beginn des 17. Jh. nieder. Die 1612 in Le S. errichtete Kirche von Le Chenit wurde 1725 und 1898 je neu gebaut und der Ort 1704 zur Kirchgemeinde erhoben. Das Pfarrhaus datiert von 1705 und erfuhr 1777 einen Umbau. Im Gemeindehaus von 1646, das 1719 neu gebaut, 1726 vergrössert und 1958 durch ein Rathaus ersetzt wurde, war ab 1647 die Schule untergebracht. 1798-2006 war Le S. Hauptort des Bez. La Vallée. Das Schulhaus wurde 1870 errichtet, die Sekundarschule 1875 eröffnet. Auf die Initiative der 1898 gegr. Société de développement schloss sich Le S. 1900 als Gemeindeteil Le Chenit an. Die im 18. Jh. eingeführte Uhrmacherei entwickelte sich im 19. Jh. zu einem wichtigen Industriezweig (1833 Gründung der Le Coultre & Cie., seit 1937 Jaeger-Le Coultre) und verhalf dem lange ländlich geprägten Le S. zu einem wirtschaftl. und demograf. Aufschwung. Aus der 1984 eröffneten Industrieschule ging später die Uhrmacherschule Le S. und schliesslich die Techn. Schule des Vallée de Joux hervor. Das am Ufer des Orbekanals gelegene "Village industriel" wurde an der Wende zum 21. Jh. von der Gem. Le Chenit erbaut, um Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region zu erhalten.


Literatur
– M. Paccaud, Le S. pas à pas, 2001

Autorin/Autor: Germain Hausmann / ANS