Huémoz

Weiler der Gem. Ollon VD, im Gebiet der Mi-Monts, zwischen der Rhoneebene und der Alpenregion Villars-Chesières. 1300 Uemo, 1467 Oësmoz. 1398 9 Feuerstätten; 1860 250 Einw.; 1930 211; 2000 188. Bis 1874 bildete H. einen der zwölf Zenden, den wichtigsten der Waadtländer Alpen. 1824 versuchte H. vergeblich, sich von Ollon zu trennen. 1440 erlaubte Papst Felix V. den Bau einer Kirche (eine Kapelle bestand im 14. Jh. im Weiler Les Combes), welche vom Pfarrer von Ollon betreut wurde. Ihre Glocke befindet sich im Schiff der heutigen ref. Kirche, die aus dem Jahr 1843 stammt. H. war 1824-45 und 1860-1999 eine selbstständige Pfarrei, zu der bis 1947 auch Villars gehörte. Seit 2000 ist H. Teil der Pfarrei Ollon-Villars. Zu Beginn des 21. Jh. liegt der wirtschaftl. Schwerpunkt auf der Viehzucht. Die steil abfallenden Hänge wirkten sich auf den bescheidenen tourist. Aufschwung negativ aus und behinderten auch den Ackerbau. 1584-1904 fand in H. ein Jahrmarkt statt. 1732-1884 gab es hier einen der ersten Kirchengesangsvereine der Waadt.


Literatur
– A. Pichard, «Ollon-Villars», in Geographica Helvetica 24, 1969, 49-67
– P. Anex, D. Ruchet, Ollon-Villars, 1987

Autorin/Autor: Jean-Jacques Bouquet / EB