• <b>L'Etivaz</b><br>Kirche und Pfarrhaus, um 1830. Kolorierte Aquatinta von  Samuel Weibel (Musée historique de Lausanne).

Etivaz, L'

Dorf und abgelegene Pfarrei im südl. Teil der polit. Gem. Château-d'Œx an der Strasse über den Col des Mosses (der Ortsname ist abgeleitet vom Patois-Ausdruck Léthuà, der für Grenze verwendet wird; dt. früher Lessi). Die Kapelle besteht seit dem 15. Jh., die heutige Kirche seit 1584. Die 1713 gegründete Parrei ist zuständig für zehn Weiler und mehrere Alpweiden in den Tälern der Bäche Eau Froide und Torneresse (tourne les scies, auf Deutsch: der Bach, der die Sägen bewegt); im 18. Jh. bildete sie eine der sieben Unterabteilungen (établées) der Gemeinde. 1764 180 Einw. Noch im 13. Jh. war die Bevölkerung des Gebiets deutschsprachig. Nach der 1555 aufgezwungenen Reformation beherrschten die französischsprachigen Fam. des Pays-d'Enhaut das Weideland, stellten Butter her und beuteten die reichen Wälder aus. Ab 1714 zog ein Thermalbad Gäste an; die Quelle wurde bis Anfang des 20. Jh. ausgebeutet (1887 Hôtel des Bains). Erst 1867 wurde die befahrbare Strasse durch die Gorge du Pissot angelegt. 1934 baute man einen Genossenschaftskeller für die Reifung der Alpkäse, der seitdem regelmässig vergrössert wurde. Das Maison de L'Etivaz bildet seit 1994 das wirtschaftl. Zentrum und den sozialen Treffpunkt der Gegend.

<b>L'Etivaz</b><br>Kirche und Pfarrhaus, um 1830. Kolorierte Aquatinta von  Samuel Weibel (Musée historique de Lausanne).<BR/>
Kirche und Pfarrhaus, um 1830. Kolorierte Aquatinta von Samuel Weibel (Musée historique de Lausanne).
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Literatur
– C. Quartier, Le Pays-d'Enhaut: Les fromagers et l'avenir des Alpes, 1980, 173-189
– M. Henchoz, «Histoire de la vallée de l'E. ...», in Journal du Pays-d'Enhaut, April 1990 (mehrere Ausgaben)
– M. Henchoz, G. Morier-Genoud, Château-d'Œx et son district au début du siècle, 1990, 30-35

Autorin/Autor: David Birmingham / KMG