25/11/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Rüte

Bez. AI, der vom Altmann im Süden bis an den Hügelzug des Hirschbergs im Norden reicht und die Dörfer Brülisau, Eggerstanden und Steinegg sowie den zwischen dem Brüel- und dem Schwendebach bzw. der Sitter gelegenen Teil von Weissbad und den östl. Teil von Appenzell umfasst. Zu R. gehören die Schulgemeinden der oben erw. Dörfer sowie Teile derjenigen von Appenzell und Schwende. Der Bez. R. ging 1873 aus der Rhode R. hervor, die wohl zwischen 1204 und 1220 entstanden war. Sitz der Verwaltung ist Steinegg. 1420/21 Rütiner rod. Rhode R.: 1801 1'448 Einw.; 1813 1'655; 1850 1'768; Bez. R.: 1900 1'997; 1950 2'028; 2000 2'915. Die Rhode R. bestand ursprünglich aus einer landwirtschaftlich genutzten Streusiedlung mit vorherrschender Viehzucht. In den drei Orten standen ein Schulhaus, ein oder zwei Gasthäuser und eine Kapelle. Jene von Brülisau war ab 1647, jene von Eggerstanden ab 1750 eine Filialkirche von Appenzell. 1845 wurde Brülisau zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Durch Bautätigkeit in Weissbad (seit 1850), Steinegg (1960er Jahre) und Eggerstanden (1970er Jahre) wuchsen aus den Weilern kleine Dörfer heran. Im zu R. gehörenden Ortsteil von Appenzell, wo im 19. Jh. an der neu angelegten Strasse nach Gais (1850-52) und nach 1900 am Blumenrain erste Häuser gebaut wurden, entwickelte sich ab den 1930er Jahren und verstärkt nach 1950 ein neues Quartier. Im Alpstein wurden ab der Mitte des 19. Jh. Bergwirtschaften, in Steinegg ab 1880 vereinzelt, dort sowie in Brülisau und Eggerstanden ab den 1970er Jahren vermehrt Gewerbebetriebe gebaut. Bis weit ins 20. Jh. trug die Handstickerei als Nebenerwerb der Bäuerinnen zur Erhaltung der meist unrentablen Kleinbetriebe mit schwankenden Erträgen aus der Schweinezucht bei. Nach 1950 ging aufgrund des agrar. Strukturwandels die Zahl der Betriebe zurück, die durchschnittl. Betriebsfläche wie auch der Viehbestand pro Betrieb nahmen deutlich zu. Erschlossen wurde der Bez. durch Strassen von Appenzell über Steinegg nach Weissbad (1869 neu eröffnet) und Eggerstanden (1912) sowie von Steinegg nach Brülisau (1916). 1912 nahm die Säntisbahn (seit 1947 Appenzeller Bahnen) von Appenzell über Steinegg nach Wasserauen ihren Betrieb auf. Seit 1964 verkehrt von Brülisau eine Luftseilbahn auf den Hohen Kasten.


Literatur
– J. Signer, «Chronik der Appenzell I.-Rh. Liegenschaften», in Appenzell. Geschichtsbl., Jg. 10, 1948, Nr. 18, bis Jg. 16, 1954, Nr. 5
AppGesch. 3
Kdm AI, 1984
– A. Weishaupt, 100 Jahre Schulhaus Steinegg, 2003

Autorin/Autor: Hermann Bischofberger