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Challant, Boniface de

gestorben 18.6.1308 Sitten. Aus der bedeutendsten Dynastenfam. des Aostatals. Sohn des Vizegrafen Godefroy I. und der Beatrix von Genf. 1283 Kanoniker von Lyon, 1289 päpstl. Kaplan. 1289-1308 Bf. von Sitten. C. überwand die 1287 eingetretene Sedisvakanz und stellte die bischöfl. Landeshoheit wieder her. Symbol seiner zentralist. Verwaltung war die auf dem Felsen über der Stadt Sitten erbaute Burg Tourbillon mit Kapelle (13./14. Jh.). Aus dem Krieg von 1294-99 gegen den aufständ. Adel unter Peter IV. vom Turn ging C. mit Hilfe der Gemeinden als Sieger hervor. Der Frieden mit Gf. Amadeus V. leitete 1301 eine Phase der Entspannung in den Beziehungen zu Savoyen ein. Der Handelsvertrag mit Mailand (1291), die Spitalstiftung in Brig (1304) und das Reglement für den Warentransport am Simplon (1307) belegen C.s Interesse am Passverkehr. 1300, 1303 und 1305 erliess er Synodalstatuten.


Literatur
– Gatz, Bischöfe 1198, 735
HS I/5, 174-176

Autorin/Autor: Gregor Zenhäusern