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Sankt Antönien

Polit. Gem. GR, Kreis Luzein, Bez. Prättigau/Davos, die 1979 aus der Fusion der Gem. St. Antönien Castels und St. Antönien Rüti hervorging. Seit 2007 gehört auch die ehem. Gem. Sankt Antönien Ascharina dazu. Die Streusiedlung besitzt am Platz einen Dorfkern. 1451 Sant Anthonyen. 1850 224 Einw.; 1900 255; 1950 284; 1990 190, 2000 230. Grundbesitzer im SpätMA waren das Kloster St. Jakob bei Klosters und die Gf. von Montfort. Die Hoheitsrechte lagen bis 1649 bei der österr. Herrschaft auf Burg Castels. Die Nachbarschaft Castels bildete einen Teil des Hochgerichts Castels, Rüti des Hochgerichts Klosters, wobei der Schanielabach schon im 14. Jh. die Grenze markierte. Im 14. Jh. wanderten Walser aus dem Raum Davos-Klosters ein. Es kam bis zur 1. Hälfte des 18. Jh. zu Dauersiedlungen in Gafien und Partnun. Die Kirche St. Antonius (erbaut Mitte 14. Jh., Neubau und Erhöhung des Turms 1493) war für alle Talbewohner zuständig und gehörte bis zur Reformation 1524 zur Pfarrei Jenaz. S. lebte von der Viehzucht. Es bestanden fünf Korporationsalpen und ein bedeutender Vieh- und Warenmarkt in Castels. Rodungen der Walser und Bergbau in Gafien (Grube St. Anton, 16. Jh.) führten zu Waldarmut und schweren Lawinenschäden. 1935-77 wurde am Chüenihorn die grösste Lawinenverbauung der Schweiz erstellt. Der Bau der Strasse Küblis-S. 1895-99 (Ausbau 1971-87) begünstigte wie der seit 1953 ganzjährige Postautobetrieb den Tourismus, auf den heute v.a. dank den Tagesausflüglern (Partnun) rund ein Drittel der Arbeitsplätze in S. fällt.


Literatur
Kdm GR 2, 1937, 110-116
– E. Flütsch, S., 1976
Gem. GR 2003, 330 f.

Autorin/Autor: Otto Clavuot