Lei, Valle di

Hochtal in den Gemeinde Plurs (Veltlin) und Ferrera GR im Einzugsgebiet des Hinterrheins, mit einer Länge von 15 km auf 2000 m. 1355 de Leylo. Um die Mitte des 14. Jh. war das Valle di L. vorübergehend von Siedlern aus dem Süden ganzjährig bewohnt, später wurde es über die von Süden ins Tal führenden Übergänge Passo di L. und d'Angeloga mit Alpvieh bestossen. 1462 verkauften die Gf. von Werdenberg-Sargans ihren Besitz an die Gemeinde Plurs. Im 17. Jh. wurde Erzabbau betrieben. Seit dem Abfall des Veltlins von den Drei Bünden 1797 liegt das Valle di L. an der Staatsgrenze. An der Westflanke des Tals befinden sich kleine Alpsiedlungen. Durch den schweiz.-ital. Gebietsaustausch 1962-63 kamen gut 45 ha des Valle di L., das 51 km2 gross ist, auf das Gebiet von Innerferrera zu liegen, u.a. die Mauer des neuen Staubeckens der Kraftwerke Hinterrhein (197 Mio. m3).


Literatur
– H.E. Pappenheim, «Der Streit zwischen Italien und Graubünden um das Val di L.», in BM, 1947, 164-218
– B. Mani et al., Heimatbuch Schams, 21961, 322-331

Autorin/Autor: Jürg Simonett