Blotzheim

Gem. im franz. Dep. Haut-Rhin, 8 km nordwestl. von Basel am Rande der oberrhein. Tiefebene. 735 Flobotesheim. 1789 1'717; 1851 2'526; 1991 3'090. Jüd. Bevölkerung: 1784 226; 1851 259; 1905 39. Überreste eines grossen röm. Gebäudes unbekannten Zwecks. Ab 1239 habsburg., gehörte B. ab 1659 zur franz. Grafschaft Pfirt und wurde 1790 dem Kt. Hüningen zugeschlagen. Das Dorf wurde vielfach geplündert und zerstört, u.a. 1268 und 1288 durch Truppen des Bf. von Basel, v.a. aber im Dreissigjährigen Krieg. 1789 war B. Sitz eines Revolutionstribunals gegen die kirchengetreuen Bauern unter Pfarrer Bernardin Juif. Erst unter dem Konsulat Napoleons wurden die beiden Kirchen im Dorf wieder eröffnet. Im 18.-20. Jh. war B. Rabbinatssitz. Im 18. Jh. diente es reichen Baslern als Badeort. Die Mehrheit der Einwohner arbeitet heute ausserhalb von B., die Hälfte davon in der Schweiz. Der Flugplatz Basel-Mülhausen (1946) lag ursprünglich ganz auf Blotzheimer Boden, seit 1958 noch teilweise.


Literatur
Encyclopédie de l'Alsace 2, 1984
– A. Wiart, B., 1991
– M. Rothé, M. Warschawski, Les synagogues d'Alsace, et leur histoire, 1992

Autorin/Autor: Eve-Mirjam Hoffmann-Wohlmann